„Cash Truck“ – Kritik – Seit geraumer Zeit haben Kinos hierzulande endlich wieder ihre Pforten nach der Corona-Zwangspause geöffnet. Wer nun einen Kinobesuch plant und auf einen rasanten Rache-Thriller Lust hat, dem zudem noch eine deftige Portion Action innewohnt, sollte ein Ticket für „Cash Truck“ ziehen. Kult-Regisseur Guy Ritchie schickt nämlich Action-Superstar Jason Statham ins Rennen, um euch im Kino mit einem erfrischenden Genrestreifen zu unterhalten.

Darum geht’s:

In „Cash Truck“ geht es um einen Einzelgänger mit dem Namen „H“. Der eher verschlossene „H“ nimmt einen Job bei einer Geldtransporter-Firma an. Dies ist mit viel Verantwortung gekoppelt, bewegt die Firma doch jede Woche hunderte von Millionen Dollar durch Los Angeles. Doof, wenn gleich bei seinem ersten Einsatz der Geldtransport überfallen wird.

Aber „H“ weiß mit hoher Präzisionsfähigkeiten die Angreifer abzuwehren – im Alleingang, was seine Kollegen beeindruckt dreinblicken lässt. Bei all dem kommt aber schnell die Frage auf, wer eigentlich dieser „H“ eigentlich ist, was seine Absichten sind und auf wen er es insgeheim abgesehen hat.

Das ist gut/Das ist schlecht:

Nach dem bockstarken „The Gentlemen“ kann man nun Guy Ritchie definitiv zu „Cash Truck“ beglückwünschen. Mit seinem aktuellen Kino-Baby überrascht der britische Regisseur mit einer neuen Gangart im Vergleich zu seinen anderen filmischen Werken. Denn „Cash Truck“ ist verdammt düster – und der typische Ritchie- Dialogwitz fehlt fast gänzlich.

Schlimm ist das nicht, trägt der Streifen durch seine Schnitte und visuellen Ideen doch weiterhin die Handschrift eines Ritchie-Films. Darüber hinaus begeistert „Cash Truck“ mit einem bedrohlichen Score, der dem Streifen im Zusammenspiel mit seiner fast schon abgründigen Atmosphäre einen herrlich düsteren Grundton verleiht, auch wenn das Geschehen nicht übermäßig brutal ist.

Eines der Highlights ist zudem dieser megacoole Antiheld, den Ritchie ins Rennen wirft. „H“ ist eine Figur, der man aufgrund ihrer teilweise skrupellosen Art nicht immer folgen will – und doch fiebert man am Ende mit ihm mit. Zu verdanken haben wir das Jason Statham, der wie lange nicht mehr eine Rolle so gut ausfüllt.

Vor allem bringt er diese unbändige Coolness von „H“ begeisternd auf die Leinwand. Wobei „Cash Truck“ generell super gecastet wurde, geben doch Josh Hartnett, Scott Eastwood, Eddie Marsan, Jeffrey Donovan sowie Holt McCallany in ihren Rollen ebenfalls eine gute Figur ab. Leider schwächelt der Film zur Mitte hin etwas, kommt aber schnell über das Tal hinweg. Denn bevor es zum großen Finale kommt, dreht der Streifen noch mal deftig auf: Mit wilden Schießereien und generell wuchtigen Action-Sequenzen.

Fazit: Mit „Cash Truck“ fegt ein richtig spannender Action-Kracher durch das Kino, in dem Jason Statham zur Höchstform aufläuft. Das ist mitreißende Unterhaltung in einem erfrischend kreativen Streifen, weit davon entfernt, einer dieser 0815-Genrebeiträge zu sein. Und auch wenn reichlich geschossen, gesprengt und gestorben wird, so ist „Cash Truck“ am Ende ein verdammt düsterer Rachen-Thriller, der einem noch lange nach dem Abspann im Kopf hängen bleibt. Applaus!