Horror-Fans der 90er werden sich sicher an „Candyman‘s Fluch“ aus dem Jahre 1992 erinnern. Ein Film, der damals in Angst und Schrecken versetzte, wenn man sich an Kumpelabende mit anschließendem Vor-den-Spiegel-Stellen erinnert. Candyman, Candyman, Candyman, Candyman, Candy ... ähm, lassen wir das. Jetzt feiert der Mann samt Hakenhand mit einem Remake sein Comeback im Kino. Wir haben uns ins Kino getraut und verraten euch, ob die moderne Version ähnlich gut das Fürchten lehren kann, wie das Original. 

Darum geht’s:

In der „Candyman“-Neuauflage geht man dahin zurück, wo alles begann – in ein einst heruntergekommenes Viertel von Chicago. Ein Jahrzehnt nach dem Abriss des letzten Wohnturms im Viertel Cabrini Green ist aus der einstigen Sozialwohnungssiedlung ein Hotspot für Besserverdiener und aufstrebende Millennials geworden.

Aber die düstere Legende vom Fluch des Candyman existiert weiterhin in den Köpfen der Bewohner. Jener grausame Killer mit unheimlicher Hakenhand, der nach der Legende jeden erbarmungslos tötet, der es wagt, seinen Namen „Candyman“ fünfmal in einen Spiegel zu rufen. Auch der Künstler Anthony und seine Freundin, die Galeristin Brianna, zählen zu den neuen Bewohnern des Viertels.

Als Anthonys Künstler-Karriere ins Stocken gerät, erfährt er durch einen alteingesessenen Bewohner von den ebenso tragischen wie grausamen Hintergründen der Candyman-Legende. Daraufhin beginnt Anthony makabre Details des Killers als Inspiration für neue Werke zu nutzen. Dabei ahnt er jedoch nicht, dass er dadurch ein totgeglaubtes Grauen wiedererweckt.

Das ist gut/Das ist schlecht:

Das 92er Original des „Candyman“ gehört zu den Kult-Horrorstreifen des damaligen Jahrzehnts. Kein Leichtes, wenn man sich an solch einen Brocken wagt, um ihn gebührend gut neu zu verfilmen. Dennoch hat sich Erfolgsproduzent Jordan Peele, der bereits mit Genrestreifen wie „Wir“ oder „Get Out“ überzeugte, an eine Modernisierung des Hakenschreckens herangewagt.

Zusammen mit der aufstrebenden Filmemacherin Nia DaCosta hat er es letzten Endes auch geschafft, einen zünftigen Horror-Schocker auf die Leinwand zu bringen. Einen Film, der mit reichlichen Schockmomenten ausgestattet ist, mit coolen Effekten, die auch mal in den Gore-Bereich abdriften. Das alles erfüllt von einer überaus beklemmenden Düsteratmosphäre.

Ebenfalls positiv fällt auf, dass die Macher hier nicht nur 0815-Kino abliefern, sondern einen Streifen mit Hirn. Denn wie von Peele gewohnt, werden im Film auch soziale- und gesellschaftskritische Themen verarbeitet – wie beispielsweise Polizeigewalt, Gentrifizierung oder kollektive Traumata.

Wenn man etwas kritisieren will, dann die Tatsache, dass man etwas mehr Zeit in die Ausgestaltung der Charaktere hätte legen können. Alles in allem überzeugt die Neuauflage des „Candyman“, der noch einen Tick intensiver und unheimlicher daherkommt als das Original.

Fazit: Freunde des Horror-Kinos, die gerne auch etwas Tiefgang mögen, werden an diesem Streifen ihre Freude haben. Auch Fans des Originals, denn das „Candyman“-Remake ist geglückt und macht in einigen Bereichen sogar eine bessere Figur als 1992. In diesem Sinne: Viel Spaß im Kino und danach schön vor den Spiegel stellen und Candyman, Candyman, Candyman, Candyman, Candy ...