Candyman – Film-Kritik – Im Jahre 1992 versetzte „Candyman‘s Fluch“ untählige Zuschauer in Angst und Schrecken. Jetzt feiert der Mann samt Hakenhand im Remake „Candyman“ sein Comeback im Heimkino. In der „Candyman“-Neuauflage geht man dahin zurück, wo alles begann – in ein einst heruntergekommenes Viertel von Chicago.

Ein Jahrzehnt nach dem Abriss des letzten Wohnturms im Viertel Cabrini Green ist aus der einstigen Sozialwohnungssiedlung ein Hotspot für Besserverdiener und aufstrebende Millennials geworden. Aber die düstere Legende vom Fluch des Candyman existiert weiterhin in den Köpfen der Bewohner. Jener grausame Killer mit unheimlicher Hakenhand, der nach der Legende jeden erbarmungslos tötet, der es wagt, seinen Namen „Candyman“ fünfmal in einen Spiegel zu rufen.

Modernisierung des Hakenschreckens

Auch der Künstler Anthony und seine Freundin, die Galeristin Brianna, zählen zu den neuen Bewohnern des Viertels. Als Anthonys Künstler-Karriere ins Stocken gerät, erfährt er durch einen alteingesessenen Bewohner von den ebenso tragischen wie grausamen Hintergründen der Candyman-Legende. Daraufhin beginnt Anthony makabre Details des Killers als Inspiration für neue Werke zu nutzen.

Dabei ahnt er jedoch nicht, dass er dadurch ein tot geglaubtes Grauen wiedererweckt. Das 92er Original des „Candyman“ gehört zu den Kult-Horrorstreifen des damaligen Jahrzehnts.  Erfolgsproduzent Jordan Peele, der bereits mit Genrestreifen wie „Wir“ oder „Get Out“ überzeugte, ist es mit seiner Modernisierung des Hakenschreckens geglückt, eine gute Neuauflage zu inszenieren.

Kein 0815-Horror

Zusammen mit der aufstrebenden Filmemacherin Nia DaCosta hat er einen Film geschaffen, der mit reichlichen Schockmomenten ausgestattet ist, aber auch mit coolen Effekten, die ab und an sogar in den Gore-Bereich abdriften. Das alles erfüllt von einer überaus beklemmenden Düsteratmosphäre.

Wie von Peele gewohnt, werden im Film zudem soziale- und gesellschaftskritische Themen verarbeitet – wie beispielsweise Polizeigewalt, Gentrifizierung oder kollektive Traumata. Alles in allem bekommen Freunde des Horror-Kinos mit „Candyman“ ein gelungenes Remake präsentiert,  das in einigen Bereichen sogar eine bessere Figur als 1992 abgibt.

Candyman (Universal Pictures) – VÖ: 06. Jan. 22