Action-Experte Luc Besson produzierte 2004 den Streifen „Ghettogangz - Die Hölle von Paris“ (District B 13), der nun durch Regisseur Camille Delamarre ein Remake bekom-men hat. Diese Neuauflage ist dabei voll zugeschnitten auf das Hollywood-Blockbusterpublikum. Zudem ist es der letzte Streifen mit dem verstorbenen Paul Walker in einer Hauptrolle. Ob dieser Actionstreifen euch einen kurzweiligen Abend bringt und der „Fast & Furious“-Star mit seinem letzten Auftritt noch mal eine filmische Sternstunde feiert, verraten wir euch in unserer Kinokritik.

Darum geht’s:

Der Detroiter Stadtteil Brick Mansions ist zu einer sozial schwachen und kriminellen Gegend geworden, weshalb der Bürgermeister einfach eine gewaltige Mauer um das Problemviertel errichten ließ. Nun ist es quasi ein eigener kleiner Staat im Staat, der ausgerechnet zum Herrschaftsterritorium des Drogenbarons Tremaine (RZA) auserkoren wird. Es ist aber zugleich das Einsatzgebiet von Undercover-Cop Collier (Paul Wal-ker) im Kampf gegen Kriminalität und Korruption. In dem abgeschotteten Ghetto tobt die tägliche Gewalt. Doch die bekommt eine ganz neue Dimension, als Tremaine in den Besitz einer hochgefährlichen Waffe gelangt, mit der er die ganze Stadt zu vernichten droht. Die wahnsinnige Bedrohung fordert ungewöhnliche Maßnahmen: Im Kampf gegen den Drogenboss vereint sich Collier mit dem Ex-Sträfling Lino (David Belle) zu einem schlagkräftigen Team und ist auf dessen Insiderwissen angewiesen. Der hat eine ganz persönliche Mission – denn Tremaine hat Linos Freundin in seine Gewalt gebracht …

Das ist gut:

„Brick Mansions“ ist ganz klar typisches Krawumm-Kino, mit einer netten Story, die allerdings nur die zweite Geige spielt. Hier gibt es einfach durchweg das dreifache G voll auf die auf die Zwölf – Geballer, Geprügel und Gesprenge. Halt – natürlich auch eine kräftige Portion Parkour-Action mit, wie im Original auch, Parkour-Profi David Belle. Obendrauf gibt es noch leichtbekleidete Damen mit unter anderem Profi-Kampfsportlerin Ayisha Issa, die sich ordentlich auf die hübschen Schädel hauen und ansonsten … noch mehr Action. Positiv fällt auf, dass der Streifen einen durchaus heiter-hellen Ton anschlägt, trotz der eher finsteren Storygrundlage.

Das ist schlecht:

Was ist eigentlich mit Paul Walker? Nun, die letzte Hauptrolle seines Lebens fällt hier leider eher negativ auf. Nein, schlecht ist seine Leistung nicht, aber ihm fehlt in diesem Streifen einfach das Charisma und er gibt die meiste Zeit nur eine recht blasse Figur ab. Auch im Vergleich mit dem agilen und sportlichen David Belle hat er keine Schnitte und hinkt eher hinterher. Da macht er ohne Frage hinterm Steuer und an der Waffe eine deutlich bessere Figur. Was zudem stört, ist die riesige Welle an Klischees, die über den Zuschauer schwappt und so gut wie keine Überraschungen mehr zurücklässt.

Es ist ja wie so oft, Remakes oder amerikanisierte Streifen können dem Original oft nicht das Wasser reichen. Vor allem hat der Streifen nicht die Intensität, den Charme und die Atmosphäre wie die filmische Grundlage. Gut, wer das Original nicht kennt, wird dies wenig stören, aber „Brick Mansaion“ hat trotzdem ein paar Baustellen. Vor allem, dass die generell interessante Story hier total zum Nebendarsteller verkommt, ärgert. Wirklich schade ist, dass Paul Walker neben David Belle schlicht kein Land sieht. Und das ist fast schon etwas tragisch, wenn man bedenkt, dass es seine letzte Hauptrolle war vor seinem Tode. Ob man sich  den Film dennoch als Walker-Fan oder Freund geballter Action im Kino antun kann? Sicherlich, denn Action und Walker gibt es hier haufenweise und das meist anständig inszeniert. Trotzdem – 0815-Actioner, bei dem man sich nicht verbrennt, wenn man ihn sieht, jedoch nach der Vorstellung auch nicht euphorisch den Kinosaal verlässt.