Wirft man das Thema Slasher-Filme in die Runde, fällt meist direkt der Name der „Halloween“-Reihe. Das natürlich zurecht, aber oftmals wird ein Streifen dabei total ausgeblendet, der nicht nur wesentlich früher erschien, sondern auch noch wirklich gut ist. Die Rede ist natürlich von „Black Christmas“ („Jessy – Die Treppe in den Tod“). Natürlich die Originalversion von 1974 und nicht dieser schnöde Remake-Abklatsch aus dem Jahre 2006. Dieses Meisterwerk punktet dabei nicht mit großen Metzelszenen oder blankem Horror, sondern mit einer sehr ruhigen Art, eine bedrohliche und beklemmende Atmosphäre aufzubauen.

Kurz die Story in der abgespeckten Version: Eine Mädchen-Studentenverbindung feiert Weihnachten und niemand ahnt, dass bereits ein Psychopath auf ihrem Dachboden umherschleicht. Die jungen Damen bekommen merkwürdige, obszöne Anrufe mit Morddrohungen und kurz darauf verschwindet eine Kommilitonin. Als der Freund der schönen Jessy ins Visier der Polizei rückt, scheint der Täter gefunden. Doch die blutige Mordserie nimmt weiter ihren Lauf. „Black Christmas“ hat das Genre wirklich geprägt, auch wenn diese Tatsache viele einfach ignorieren. Besonders die Art und Weise, diesen Psycho-Slasher aufzubauen, mit einem präsenten aber nur selten sichtbaren und schemenhaften Serienkiller, ist grandios. Hinzu kommen die wirklich gut gewählten Kulissen und teils skurrilen Charaktere. Ein starker Streifen mit einem noch stärkeren Finale.

Das Ganze ist umso bemerkenswerter, wenn man das geringe Budget betrachtet, mit dem hier ein qualitativ hochwertiger Slasher geboren wurde. Sollten Fans des Genres dieses Schätzchen nicht kennen, oder einfach ihre Sammlung erweitern wollen, kann beherzt zugegriffen werden. Zumal DVD als auch Blu-ray in puncto Bonusmaterial und Bild- sowie Tonqualität absolut topp sind. Vor allem wenn man bedenkt, dass dieser Streifen stolze 30 Jahre auf dem Buckel hat. Das 74er-Original von „Black Christmas“ gehört definitiv in jede Sammlung, in der auch Halloween steht!

Bonusmaterial:

  • Dokumentation „Black Christmas Revisited“
  • Dokumentation „The 12 Days of Black Christmas“ (2006)
  • Audiokommentar mit Regisseur Bob Clark
  • Audiokommentar mit den Darstellern John Saxon und Keir Dullea
  • Interviews mit den Darstellern Olivia Hussey, Margot Kidder und Art Hindle
  • Black Stories – Ein Gespräch im Kino (2004)
  • „Uncovered“ Sound Scenes: Trellis Climb und Final Pan
  • TV-Spots, Radio-Spots und Kinotrailer