Manchmal erscheinen sie noch, diese abseitigen, packenden und intelligenten Filme, die sich durch ihren besonderen Humor und Mut zu unverbrauchten Szenarien auszeichnen. Mit „Big Bad Wolves“ erscheint Ende November 2014 so ein Streifen auf DVD. Ein endfieser Mix aus Rachethriller und rabenschwarzer Komödie, der gekonnt die von Filmen wie „Saw“ begründete Torture-Porn-Welle aufs Korn nimmt.

Wer nun aber denkt, dass das vorliegende Schmuckstück aus Hollywoods Mainstreamschmieden stammt, der wird umdenken müssen: „Big Bad Wolves“ markiert die zweite Zusammenarbeit von A. Keshales und N.Papushado, die mit „Rabies“ den ersten astreinen israelischen Horrorfilm ablieferten und so international punkten konnten. Und so viel ist sicher: Auch dieser Film spielt auf üble Weise mit dem Nervenkostüm und den Erwartungen des Zuschauers, was Gewaltstreifen angeht – er hat das Zeug, in einem Atemzug mit Klassikern wie „Funny Games“ genannt zu werden.

Und darum geht‘s:
Ermittler Mika bekommt nach den schrecklichen Leichenfunden misshandelter junger Mädchen endlich einen Verdächtigen zu fassen – der schüchterne Lehrer Dror soll der „große böse Wolf“ sein, der sich an Kindern vergeht. Der leugnet aber – Mika ringt Dror schließlich nur mit Gewalt ein Geständnis ab, muss ihn aber wegen der Misshandlungen ziehen lassen, als die Sache ans Licht kommt. Dror ist auf freiem Fuß – und Mika Streifenbulle. Er fasst einen Racheplan: Zusammen mit Gidi, dem Vater des letzten Opfers, bringt er Dror in seine Gewalt …