So eine Trailer-Kurzmeldung zu einem neuen Film oder einer neuen Serie ist schnell gemacht. Ein bisschen auf das Format und seine Hintergründe eingehen, dann noch auf die Schauspieler, die Handlung, den Ausstrahlungstermin – fertig. Manchmal will man das aber nicht. Manchmal sieht man einen Trailer wie den Unfug hier – und schreibt dann einfach von der Leber weg.

Aber was bleibt uns auch übrig, wenn wir ein Fremdscham-Festival wie den neuen „Batwoman“-Trailer serviert bekommen. Denn auch Filme und Serien zu machen ist im Prinzip „nicht schwer“: Jemand hat eine richtig tolle, leidenschaftliche und kreative Idee für ein Drehbuch – andere setzen dieses mit gutem Handwerk geschriebene Skript dann mit gutem Handwerk in bewegte Bilder um. Am Ende wird das Resultat gefeiert. Im Idealfall.

„The Hero we need is her(e)“

Oder aber, man nimmt eben einfach, was schon da ist – eine ikonische Figur wie Batman in diesem Fall – und tackert eine Agenda der Marke „Frauen sind besser als Männer“ auf das Resultat. Genau das passiert im „Batwoman“-Trailer zu einer kommenden Serie, der man ihr niedriges Budget ebenso ansieht wie den Mangel einer kreativen Vision.

Gutes kreatives Handwerk sind nicht Szenen wie die aus dem Trailer, in der die kommende Heldin Batmans technischem Leiter gegenübersteht und verlangt, dass er Batmans Anzug für sie ändert. Da kommt dann nämlich so ein Wirsing heraus:

Sie: „Sie müssen seinen Anzug reparieren.“
Er: „Da gibt es nichts zu tun, sein Anzug ist sprichwörtlich perfekt.“
Sie: „Das wird er sein – sobald er einer Frau passt.“

Fremdscham deluxe

In der Handlung taucht die Cousine von Bruce Wayne in Gotham auf, ihre Lebensgefährtin wird von Bösewichtern entführt, sie legt also Batmans Anzug an – und kämpft fortan als „Batwoman“ gegen das Böse. Nur: Dafür bedient sie sich all der Dinge, die Bruce Wayne und sein Heldendasein vorher erschaffen haben.

Oder wie es ein Kommentar aus dem Internet als Antwort auf ihren Satz am Ende des Trailers „Ich lasse nicht zu, dass ein Mann für die Arbeit einer Frau den Ruhm einfährt“, auf den Punkt bringt: „Sie betritt sein Haus. Sie stiehlt seine Technik. Sie kopiert sein Thema. Sie ahmt seinen Style nach. Sie klaut seinen Spitznamen.“

Unzählige Superhelden-Filme und -Serien hatten starke Frauen und das ist auch gut so. Die Nummer hier ist jedoch einfach nur plump. Aber entscheidet selbst, hier ist der Trailer: