„Bad Hair“ – Film-Kritik – Wer sich mal wieder ordentlich gruseln, aber dabei auch tüchtig lachen möchte, der sollte sich unbedingt diese Horror-Satire im Heimkino zu Gemüte führen. „Bad Hair“ geht erfrischend andere Wege und bewegt sich angenehm entfernt von jeder 0815-Genrekost.

Mit einem coolen 80er Look, toller Sound-Untermalung, aber auch einer ebenso spannenden wie abgedrehten Geschichte will der Streifen überzeugen: Es geht nach Los Angeles des Jahres 1989. Dort lebt die ehrgeizige junge Afroamerikanerin Anna. Sie möchte unbedingt VJane werden und im Musikfernsehen durchstarten.

Doch scheint sie hierfür weder das richtige Geschlecht noch die richtige Haut- oder Haarfarbe zu haben. Auf Anraten ihrer neuen Chefin unterzieht sich Anna einer speziellen Haarverlängerung – und fortan geht es für sie steil bergauf. Doch die neue Karriere fordert ihren Preis: Denn Annas neue Haarpracht scheint ihr eigenes mörderisches Ziel zu verfolgen.

Wenn Haare zum Problem werden

Wenn Haare zum Problem werden, das kennen sicher viele. Gewiss aber nicht, dass diese zu morden beginnen. Das liest sich zwar echt abstrus, ist aber grandios verfilmt. Natürlich mit reichlich bösem Humor, aber auch mit echt grusligen Passagen. Die Mischung passt, ebenso, dass man nicht zu stereotypen Charakterschablonen gegriffen hat. Positiv sei zudem der passend gewählte Soundtrack erwähnt.  

Letzten Endes ist „Bad Hair“ irgendwo eine Mischung aus „Die Frauen von Stepford“, „Body Snatchers – Angriff der Körperfresser“ und „Get Out“. Nicht zuletzt deshalb, weil diese Horror-Satire in eine ähnliche thematische Kerbe bezüglich afroamerikanischer Diskriminierung in den USA haut wie drittgenannter Film. Dies ist aber klug und nicht plakativ verpackt.

Daher gibt es ein haariges Horror-Vergnügen mit Tiefgang, das sich klasse von der Masse abhebt. In diesem Sinne: Viel Spaß – und passt auf eure Haare auf.

Bad Hair (LEONINE) – VÖ: 25. Jun. 21