Armin Laschet: Interview mit Kinderreportern wird zum Debakel – Je näher der Wahltag rückt, desto enger werden die Zeilen im Terminkalender der Kanzlerkandidaten. Neben TV-Triellen müssen Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet ein Interview nach dem anderen absolvieren. Damit das nicht zu langweilig wird, hat der bekannte TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf die drei Kontrahenten anlässlich seiner Pro7-Sendung „Late Night Berlin“ zu einem ganz besonderen Format geladen.

Die Idee ist nicht neu:

Schon in vorherigen Sendungen hatte er knallharte Rapper von zwei Kindern interviewen lassen, die aus vermeintlich harmloser und unschuldiger Absicht heraus sehr direkte und kritische Fragen stellten. Fragen, die sich manch Erwachsener nicht zu stellen traut, die vor allem aber vor Kindern nicht einfach zu beantworten sind.

Wie schlagen sich die Kandidaten also, wenn sie zehnjährigen Kindern erklären müssen, weshalb man um ihr Leben kämpfende Menschen nicht einfach mit einem Flugzeug aus dem Mittelmeer rettet, oder warum die Wirecard-Aktien der Mutter nichts mehr wert sind?

Während sich Scholz in gewohnter stoischer Manier bei eben jenen Fragen relativ gut schlug, brachten die Kinderreporter Pauline und Romeo den Kanzlerkandidaten der Union in dem mit Lichterketten und Plüschteddys dekorierten Zirkuszelt gehörig ins Schwitzen.

Aber nicht nur das:

Laschet wurde sogar merklich ungehalten und reagierte mitunter gar patzig und herablassend auf die Fragen der Kinder. Ob Hans-Georg Maaßen ein Nazi sei, wollten diese zum Beispiel wissen, oder ob Laschet etwas dagegen hätte, wenn Männer heiraten würden. Insbesondere das Nachbohren der Kids in Sachen Maaßen nervt Laschet augenscheinlich gehörig, der sich um eine klare Antwort zu drücken versucht. Und so kippt die kuschelige Stimmung im Zelt bald.

Auch wenn es nicht deutlich gesagt wurde, ist vermutlich jedem klar, dass der Fragenkatalog natürlich nicht von den Kids nach der Schule in mühsamer Kleinstarbeit recherchiert und zusammengestellt wurde. Auch Laschet selber gibt sich verwundert, als Romeo im Falle der Homo-Ehe auf einen Artikel im Spiegel verweist.

Mit Blick auf vorherige Aktionen des Moderators ist davon auszugehen, dass die Kinderreporter mit einem Knopf im Ohr quasi „ferngesteuert“ werden, um die Kandidaten gezielt aus der Fassung zu bringen. Ob das fair ist oder nicht, sei dahingestellt. Fakt ist aber, dass ein zukünftiger Kanzler auch in unangenehmen Situationen eine ruhige Hand und Vernunft beweisen muss.

Ob Laschet das gelungen ist, davon macht sich am besten jeder ein eigenes Bild. Hier das Video: