Das Channel 4 Newsteam ist nach fast 10 Jahren wieder zurück. Eigentlich schwer zu glauben, dass es so lange gedauert hat, ist Teil 1 doch mittlerweile ein Kultfilm unter den Will-Ferrell-Fans und einer dieser ganz besonderen Filme ist, die immer wieder zitiert werden. Doch wie wollen Ron Burgundy und Co. unser Herz und vor allem unsere Lacher beim zweiten Mal erobern? Wir haben uns den Film schon mal reingezogen und sagen euch, ob die Situation schnell eskalierte oder nicht.

Darum geht’s:

Ron Burgundy hat eigentlich alles. Er ist verheiratet mit Veronica Corningstone (Christina Applegate), hat einen Sohn und ist erfolgreich als Nachrichtensprecher am Nachmittag. Doch der Rückschlag kommt schnell. Als es darum geht, als Anchorman die Nachrichten in der Primetime, also am Abend zur besten Sendezeit zu präsentieren, bekommt Veronica den Job und Ron wird gefeuert. Am Boden zerstört, eröffnet sich für Ron aber bald eine Chance. Ein neuer Sender will das Unmögliche möglich machen: Nachrichten 24 Stunden am Tag zu senden. Rund um die Uhr. Und Ron soll ein Teil dieses Senders werden. Voller Elan macht sich Burgundy daran, sein in alle Ecken verstreutes Team zu vereinen und wieder den Thron des Nachrichtenolymps zu besteigen. Doch der harte Weg zum Erfolg ist gepflastert mit Konkurrenten und vor allem jeder Menge Humor.

Das ist gut:

Was Humor angeht, bleibt sich das Produktionsteam treu und setzt auf all das, was den Vorgänger so groß gemacht. Heißt, ihr bekommt Blödeleien en masse. Hier wird Männerhumor, der durchaus auch mal unter die Gürtellinie geht, zelebriert. Alle Beteiligten nehmen kein Blatt vor den Mund, egal wie politisch inkorrekt es auch manchmal zugehen mag. Die chauvinistische Crew um Ron lässt keinen Fettnapf aus. Auch die Geschichte um den ersten 24-Stunden-Nachrichtenkanal macht Sinn und passt wunderbar zu Ron und seiner Crew. Und vor allem fällt der Film nicht in die Falle, die viele Fortsetzungen erwartet: „Anchorman 2“ ist nicht einfach nur eine simple Kopie seines Vorgängers, sondern liefert auch genügend Eigenständigkeit, um nicht im Schatten von Teil 1 unterzugehen.

Das ist schlecht:

Leider hat der Film in der zweiten Hälfte ein paar Längen und die Witzdichte lässt ein wenig nach. Es wäre besser gewesen, diesen Zwei-Stunden-Abendfüller um zehn bis zwölf Minuten zu kürzen. Auch gibt es eine sehr große Szene aus Teil 1, welche wir hier nicht verraten wollen, die die Macher auf Teufel komm raus replizieren und sogar toppen wollten, dies aber nur bedingt klappt, da einfach die Überraschung fehlt. Und wer nichts mit dem infantilen und politisch inkorrekten Humor von Ferrell anfangen kann, ist hier definitiv fehl am Platz.

Anchorman – Die Legende kehrt zurück ist laut, absurd und nimmt kein Blatt vor den Mund. Und das ist auch gut so. Hier werden keine Kompromisse eingegangen und das Team rund um Regisseur Adam McKay feuert aus allen Rohren. Egal ob Ron, Champ, Brick oder Brian, jeder der vier Newschaoten hat seine Momente, in denen er glänzt und dafür sorgt, dass die Lacher auf seiner Seite sind. Hinzu kommen etliche gelungene Anspielungen und Hommagen an Teil 1, die einfach passen. Zwar lässt der Film in der zweiten Hälfte nach, ist etwas zu lang und nicht ganz so grandios wie sein Vorgänger, dennoch ist er keine Enttäuschung und jetzt schon Anwärter auf „Lustigster Film des Jahres 2014“. Stay classy Ron Burgundy!