Wenn Vater und Sohn gemeinsam um die Häuser ziehen, ist das doch eine tolle Geschichte. Und ein gepflegtes Wochenende in der Natur soll schon so manchen Bund zwischen männlichen Familienmitgliedern gestärkt haben. Das ist in diesem SciFi-Thriller ganz sicher der Fall, auch wenn Will Smith zusammen mit seinem Sohn Jaden dafür ein unfreiwilliges Survivaltraining durchmachen muss, in dem es ums nackte Überleben geht. Also nur etwas für die ganz Harten?

Darum geht’s:

Eintausend Jahre in der fernen Zukunft ist die Erde nur noch Geschichte. Der einstige Blaue Planet ist nicht mehr und die Menschheit hat es sich auf ihrer neuen Heimat Nova Prime gemütlich gemacht. Dorthin zurück zieht es auch Cypher Raige (W. Smith), seines Zeichens General und Familienvater. Nach seiner langen Abwesenheit will er sich nun wieder ordentlich um die Sippe kümmern. Der Mann im Haus hat schließlich viel zu lange gefehlt. Das Familienglück nimmt jedoch schnell einen etwas anderen Verlauf, als die Raumschiffe der Raige-Männer in einen Meteoritenhagel geraten: Cypher stürzt mit seinem dreizehnjährigen Filius Kitai (J. Smith) auf einem gar nicht so unbekannten antiken Planeten ab. Nun haben sie den Salat – Kitai muss in Rekordzeit zum Mann heranreifen, denn sein verletzter Vater schreit nach Rettung, die Umgebung will erkundet werden und obendrein gilt es Gefahren in Gestalt von Aliens oder biestigen Monstern abwehren. Das nennt sich dann wohl Survival-Training 2.0 ...

Das ist gut:

Wenn man sein Rechenzentrum ausschaltet, bekommt man einen durchaus unterhaltsamen Film geboten, dessen Stärke in seinen wunderschönen, futuristischen Naturkulissen liegt. Aber ist das wirklich einen Kinobesuch wert? Denn … 

Das ist schlecht:

… die Zeit von Will Smith scheint allmählich abzulaufen. Ebenso wie die von Regisseur M. Night Shyamalan, von dem nach „The Sixth Sense“ nicht mehr viel Gehaltvolles kam. „After Earth“ zündet einfach nicht - trotz der eigentlich soliden Story. Während Sohnemann Jaden noch ordentlich abliefert, vergeht einem bei der Emotionslosigkeit von Papa Smith ganz schnell die Laune. Irgendwie strahlt der komplette Film eine solch eklatante Lustlosigkeit aus, dass jede sich tatsächlich mal aufbauende Spannung kurzerhand dem Vorschlaghammer von Smiths fehlendem Mienenspiel zum Opfer fällt.

„After Earth“ hatte es von Anfang an schwer. Ein erfolgloser Regisseur, Kritik aufgrund angeblicher Anleihen der Scientology-Ideologie, von Filmkritikern in der Luft zerfetzt und ein mieser Kinostart in den USA – keine gute Basis für einen Blockbuster. Doch am Ende entscheidet immer der Mann im Kino. Wobei die Kombination aus Endzeit- und Science-Fiction nicht komplett für die Tonne ist. Doch aus dem Mix aus Action-, Drama- und Abenteuerfilm hätte man letzten Endes deutlich mehr rausholen müssen, vor allem schauspielerisch!

Bilder: Sony Pictures