700 Filme in Deutschland an Karfreitag verboten – Was freuen wir uns immer auf die Feiertage, wenn man sich zu Hause auf der Couch mit coolen Filmen und Klassikern entspannen kann. Tja, aber an sogenannten „stillen“ Feiertagen wie dem Karfreitag vor Ostern, werden viele Streifen nicht im Fernsehen gezeigt.

Das betrifft ganze 700 Filme, die an diesem Feiertag nicht gezeigt werden dürfen. Okay, es ist bekannt, dass in Deutschland an Karfreitag ein gesetzliches Tanzverbot sowie ein Verbot von Musik- und Sportveranstaltungen vorherrschen. Aber nur wenige wissen, dass eben auch Filme sich diesem Verbot unterwerfen müssen.
 
Wer stark christlich-religiös ist, wird nachvollziehen, dass zum Beispiel Monty Pythons „Das Leben des Brian“ an Karfreitag wegen seiner satirischen Glaubenskeule nicht gezeigt werden darf. Aber auch Kinderfilme wie „Heidi in den Bergen“ oder „Max und Moritz“ sind tabu. Die meisten haben dafür allerdings kein Verständnis.

Ebenso nicht öffentlich gezeigt werden dürfen Klassiker wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“ – eine dieser kultigen spaßigen Actionkomödien mit Bud Spencer und Terence Hill, die Sittenwächtern zu krawallig ist. Die Liste der Filme ist ellenlang – und darauf stehen Streifen, bei denen sich der Normalbürger nur an den Kopf fassen kann.

Gerade wenn man sieht, was alles als „unpassend“ angesehen wird oder laut der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) das „religiös sittliche Empfinden an stillen christlichen Feiertagen zu verletzen“ bedroht. Darunter fallen auch Filme wie „Alles tanzt nach meiner Pfeife“ mit Louis de Funès, „Police Academy“, die deutsche Komödie „Piratensender Powerplay“ mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger, „Bierfest“ oder „Vacation – Wir sind die Griswolds“.

Schuld an diesem Filmverbot tragen aber mitnichten nur Kirchenvertreter, sondern vor allem die gerade erwähnten Menschen hinter der FSK. Warum Filme wie „Das Leben des Brian“ nicht gezeigt werden dürfen, dazu will die FSK keine Stellungnahme abgeben. Das Einzige, was von ihrer Seite kommt, ist, dass die FSK eine Begründung nicht öffentlich bekanntgeben darf, ohne dass eine Genehmigung des Antragstellers, also des Filmverleihs, vorliegt.

Wie auch immer, das Ganze ist nach persönlicher Meinung des Verfassers einfach nur eine Farce und bürokratischer Nonsens, den man 2021 nun wirklich nicht mehr braucht. Zumal ein Großteil der Filme keine Brutalostreifen sind und in einer freien Gesellschaft auch Satire erlaubt sein sollte, auch an den althergebrachten „stillen“ Feiertagen. Gut, wenn dann Streaming-Dienste oder der eigene DVD-/Blu-ray-Player Gewehr bei Fuß stehen! Frohe Ostern … !

Nachfolgend ein kleiner Auszug der schwarzen Liste mit Filmen, die auf dem Karfreitag-Index stehen:

  • Schnapsnase und Schlappohr (1980)
  • Der Dicke in Mexiko (1980)
  • Das Leben des Brian (1980)
  • Der Kurpfuscher und seine fixen Töchter (1980)
  • Louis der Spagettikoch (1981)
  • Käpt’n Blackbeard’s Spuk-Kaschemme (1981)
  • Didi Hallervorden – Alles im Eimer (1981)
  • Die Feuerzangenbowle (1981)
  • Piratensender Powerplay (1981)
  • Durchs wilde Kurdistan (1983)
  • Sunshine Reggae auf Ibiza (1983)
  • A Hard Day’s Night (1984)
  • Max und Moritz (1985)
  • Top Gun (1986)
  • Police Academy (1988)
  • Harold und Maude (1988)
  • Ghostbusters (1990)
  • Reservoir Dogs (1992)
  • Lotta zieht um (1995)
  • Meisterdetektiv Blomquist (1995)
  • Mary Poppins (1995)
  • Heidi in den Bergen (2001)
  • Jackass – The Movie (2003)
  • Ananas Express (2008)
  • A Nightmare on Elm Street (2010)
  • Trafic (Jaques Tati) (2014)

Eine ausführliche Liste findet ihr hier.

Quelle: augsburger-allgemeine.de