Wer hat Lust auf dreckige Jungs, fragwürdige Ladys und noch weniger seriöse Ordnungshüter? Mit „Contraband“ schaffte der spanisch-isländische Filmemacher Baltasar Kormákur seinen Durchbruch in Hollywood. Mit „2 Guns“ legt er nun einen waschechten Action-Thriller nach, der zudem mit jeder Menge Komik versehen ist.

Neben Denzel Washington zählt auch der wiedererstarkte Mark Wahlberg zu den Hauptdarstellern. Und da es in der trüben Jahreszeit gar nicht genug feurige Action geben kann, haben wir uns den Topkandidaten in puncto Kinounterhaltung für diese Woche einmal näher angeschaut. Denn die Frage stellt sich, ob „2 Guns“ mit seinem Action-Humor-Mix auch ins Schwarze trifft.

Darum geht's:

Zwölf lange Monate arbeiten DEA-Agent Bobby Trench (Denzel Washington) und der U.S. Naval Intelligence Officer Marcus Stigman (Mark Wahlberg) nun schon unfreiwillig zusammen. Beide wurden undercover bei einem Drogensyndikat eingeschleust, um der Organisation das dreckige Handwerk zu legen.

Da ihre beiden Vorgesetzten ihnen immer suggeriert haben, dass der jeweils andere ein ganz mieser Typ sei, ist es Essig mit der Vertrauensbasis untereinander. So wird geneckt, gefrotzelt und gegeneinander gearbeitet. Zumindest bis zu jenem Tag, als Bobby und Marcus merken, dass ihre Chefs ein falsches Spiel mit ihnen treiben. Denn als ihre Undercover-Aktion in die Hose geht, werden sie von ihren Bossen fallengelassen. Nun bleibt dem ungleichen Duo nur eins: Zusammen um ihr Überleben und gegen ihre Widersacher zu kämpfen.

Das ist gut:

Filme mit und gegen Drogenbarone inklusive ungleichen Duos sind sicher alles andere als storytechnische Innovationen. Doch „2 Guns“ geht die ganze Geschichte etwas alternativer an und genau das ist der Clou an diesem Streifen. Besonders die gekonnt unauffällig eingepflegte Gesellschaftskritik an dem typischen Machtsystem der USA als auch die Persiflage auf das bekannte Heldenimage treffen ins Schwarze.

Hinzu kommen Mark Wahlberg und Denzel Washington, die mit einer mitreißenden Spielfreude als kongeniales Duo aufschlagen. Gerade der Twist zwischen Undercover-Good-Guys und gespielt dreckigen Bad Boys ist überaus unterhaltsam. Ein weiteres Highlight ist der sehr sympathische und nie überzogene Humor. Insgesamt gefällt die Mischung aus spannendem Thriller, beinhartem Actionfilm und dem Schuss satirischer Komödie.

Das ist schlecht:

Man kann dem Film sicherlich seinen wenig kreativen Plot vorwerfen, dem zudem einige Logiklöcher anhaften. Der insgesamt recht coole Einsatz von Action-Sequenzen wird leider ab und an torpediert, da er zu oft aufgezwungen wirkt und klar dazu dient, nur eine Szene mutwillig zu befeuern.

Trotz der etwas unkreativen Geschichte schafft es Regisseur Baltasar Kormákur, eine sehr kurzweilige Mutation aus satirischem Thriller und Action-Spaß auf den Zuschauer loszulassen. Getragen wird „2 Guns“ ohne Wenn und Aber vom Hauptdarstellerduo Wahlberg/Washington, was durch ihre authentische und zuweilen egozentrische Art des Schauspiels für frischen Wind sorgt. Es ist das Duo, das aus einem normalen bis unspektakulären Action-Thriller einen richtig coolen Kinotrip macht. Wer am Ende in diesem Streifen weiße Westen erwartet, der muss entweder erblindet sein oder mit einer Überdosis Perwoll gewaschen haben. „2 Guns“ ist alles in allem herrlich dreckig, bietet Nervenkitzel und Action, aber auch humorvolle Satire, in der zwei Herren wie wild gewordene Stiere das Drogenkartell auf die Hörner nehmen.