Für all jene, die dem Fleischkonsum abgeschworen haben, sind sie eine tolle Alternative: vegetarische und vegane Gerichte aus Soja, Seitan, Lupinen und anderen Ersatzstoffen. Die Verbraucherzentralen haben bundesweit solche Ersatzprodukte getestet – mit niederschmetternden Ergebnis. Ganze 100 Fleisch- und Wurstersatz-Produkte wurden dabei neben 26 Milchalternativen untersucht. Besonders brisant: Bei 93 Prozent der untersuchten Produkte ist nicht einmal angegeben, ob sie tierische Inhaltsstoffe enthalten, nur ein Drittel der Produkte offenbart, was als Ersatzstoff für die Fleisch-Proteine zum Einsatz kommt.

Zudem stellte sich heraus: Nur ca. 50 Prozent der Produkte sind überhaupt einheitlich als „vegetarisch“ oder „vegan“ gekennzeichnet. Begriffe wie „pflanzlich“ oder „veggie“  bestimmen das Bild im Regal. Auch die Vielfalt zum Einsatz kommender Siegel watschten die Verbraucherzentralen als unübersichtlich ab: Von den 130 Produkten prangte auf 31 das „Vegetarisch“-, auf 47 das „Vegan“-Siegel der Initiative ProVeg, die früher unter dem Namen Vegetarierbund Deutschland bekannt war. 20 andere Produkte zeigen die „Vegan-Blume“ der Vegan Society, dazu einzelne, unterschiedliche Symbole von 15 verschiedenen Herstellern.

Von Pökelsalz und E-Stoffen... 

Auch gesundheitlich blieben die Produkte hinter den Erwartungen zurück, eine Enttäuschung bei fleischloser Ernährung, die von vielen auch aus diesen Aspekten betrieben wird: So klafften bei den Nährwerten große Unterschiede, über 80 der Produkte hatten einen zu hohen Salzgehalt. Manche der Ersatzprodukte enthalten bis zu acht Zusatzstoffe – mehr, als in vielen fleischbasierenden Vorbildern enthalten ist. Darunter auch Stoffe, von deren Verzehr gesundheitsbewusste absehen sollten: E425 oder Nitritpökelsalz etwa. Somit sind Veganer oder vegetarische Ersatzprodukte nicht zwingend die gesündere Wahl.

Jessica Fischer, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Berlin, rät: „Verbraucher müssen daher genau hinschauen und jedes Produkt anhand der Zutatenliste bewerten. […] Eine bewusste Kaufentscheidung ist nur möglich, wenn der Verbraucher die wichtigsten Informationen auf der Produktverpackung leicht findet, möglichst schon auf der Vorderseite.“ Die Undurchsichtigkeit bei der Kennzeichnung stört Fischer. Ebenso wie die bislang noch nicht einheitliche Bezeichnung eines Produkts als „vegan“ oder vegetarisch“:

Eine klare gesetzliche Regelung könnte mehr Klarheit und eine leichtere Orientierung für Verbraucher schaffen“, so Fischer.

Quelle: tag24.de