Mindestens ein ebenso großes gesellschaftliches Thema wie die Kluft zwischen Rauchern und Nichtrauchern ist der sich immer wieder abzeichnende Konflikt zwischen Fleischessern und Vegetarian/Veganern. Nachgewiesen ist: Die weltweite Massentierhaltung und der Fleischkonsum haben unleugbare Konsequenzen für unsere Atmosphäre. Nachgewiesen ist nun auch: Der Verzicht auf Fleisch hat auch Konsequenzen. Für unser Wohlbefinden.

Eine neue Studie wies nach, dass Menschen, die auf Fleisch und tierische Produkte verzichten, im Allgemeinen unglücklicher sind als jemand, der dann und wann seine Zähne in ein saftiges Steak schlägt. Das Fazit der Studienautoren: Vegetarier sind „psychologisch nicht so gut angepasst“ wie Fleischesser. Die Forscher befragten für den Zweck ihrer Untersuchung 400 Vegetarier, Fleischesser und „Halbvegetarier“.

Für den Zeitraum von 14 Tagen wurden die Befragungen vorgenommen. Dabei kam heraus, dass von den drei besagten Gruppen die Vegetarier die am stärksten negativ konnotierten Gefühle aufwiesen. Sie waren es auch, die am wenigsten Vergnügen an geselligen Anlässen hatten. Die Studie wurde im Magazin „Ecology of Food and Nutrition“ veröffentlicht und kam zu dem Schluss, dass Vegetarier und Veganer ein niedrigeres Selbstbewusstsein aufwiesen.

Moralisch überlegen?

Zudem würden sie weniger Sinn im Leben sehen, so das Fazit des Papiers. Beim Thema Selbstrespekt schnitten die Vegetarier mit 4,62 Punkten ab – die Fleischesser hingegen mit 5,33 Punkten. Ein niedrigerer Punktestand zählt für die Wertung dieser Studie als schlechter. Vegetarier tendieren laut der Untersuchung zudem stärker zu Depressionen und Unzufriedenheit.

Die Autoren des William and Mary College in Virginia nehmen an, dass dies auch daran liegt, dass Fleischesser Vegetariern oft eine Aura „moralischer Überlegenheit“ unterstellen und sich eine Wechselwirkung ergibt, da Fleisch-Verzichter eine soziale Minderheit stellen, die nicht bei jedem positive Gefühle hervorruft:

„Angesichts der Tatsache, dass viele berühmte Persönlichkeiten sich für eine vegetarische Ernährung einsetzen, könnten Nicht-Vegetarier das Gefühl entwickeln, dass Vegetarier 'sich aufspielen' wollen“, erläuterten die Studienautoren. „Es wirkt, als seien sie sich 'zu fein' für Nicht-Vegetarier“, heißt es weiter. Doch genau aus solchen Vorurteilen kann eine Wechselbeziehung entstehen, wie Studienautor Doktor John Nezlek erklärt.

„Vegetarier zu sein beeinflusst das Selbstbild“

„Manchmal unbewusst, manchmal absichtlich, können Vegetarier von gesellschaftlichen Anlässen ausgeschlossen werden, sich deswegen ausgesondert oder seltsam fühlen. Solche Dinge passieren in der Regel bei Angehörigen sozialer Minderheiten. Im Laufe der Zeit können solche Erfahrungen das Wohlbefinden eines Menschen beeinträchtigen.“ 

Mit Folgen, so Nezlek weiter :„Wir glauben, dass diese Studie wichtig ist, weil sie die erste ist, die zeigt, dass die Definition des eigenen Selbst als Vegetarier Auswirkungen auf die Qualität des täglichen Lebens eines Menschen nimmt.“

Quelle: ladbible.com