Gehört ihr zu den Leuten, die für eine Pizza sprichwörtlich alles stehen und liegen lassen und sogar ihre eigenen Freunde verraten würden? Keine Sorge, damit seid ihr keine soziopathischen Arschlöcher, sondern komplett normal. Eine neue Studie des renommierten „MIT“ hat nachgewiesen, dass Menschen Pizza ihren eigenen Freunden vorziehen.

Nicht, dass das irgendjemanden überraschen würde – kommt es hart auf hart, würden die meisten Leute alles Mögliche ihren Freunden vorziehen, was sie gewohnt sind und lieben. Pizza und Softdrinks lassen einen wenigstens nicht im Stich, wenn man sie braucht. Aber wir schweifen ab. Die Studie jedenfalls lief so ab: Die Wissenschaftler des MIT boten einer ausgesuchten Anzahl an Probanden Pizza an – die einzige Prämisse: Die Testpersonen mussten für die Mafiatorte die private E-Mail-Adresse eines Freundes verraten.

Unfassbare 98 Prozent aller Teilnehmer hatten nicht das geringste Problem damit, die persönlichen Daten eines Freundes für ein Stück köstlicher Pizza aufzugeben. Interessant dabei: 74 Prozent der Teilnehmer hatten vorher angegeben, dass es unerlässlich sei, Kontrolle über seine personenbezogenen Daten zu besitzen, während ganze 60 Prozent noch betont hatten, ihre E-Mail-Kontakte nicht mit Unbekannten zu teilen, da sie solchen nicht trauen würden. Augenscheinlich ist es mit der Prinzipientreue nicht weit hin, sobald ein knuspriges Teigrad mit saftiger Käseauflage im Spiel ist. Die Autoren der Studie dazu:

Obschon die meisten Menschen sagen, dass ihnen Privatsphäre wichtig ist, geben sie private Informationen vergleichsweise leicht auf, wenn nur der Anreiz stimmt. Die Ergebnisse unterstreichen, dass selbst ein kleiner Anreiz wie eine Käsepizza enorme Auswirkungen auf Entscheidungen der Privatsphäre haben kann. Es ist gerade für die Hersteller von Apps daher sehr wichtig, darüber nachzudenken, wie Zustimmungsprozesse in ihren Applikationen funktionieren – vor allem, um sicherzustellen, dass Kunden eine Wahl treffen, die tatsächlich mit ihren Prinzipien übereinstimmt. Unsere Leben werden immer digitaler, daher wird es zunehmend wichtiger, dass wir die Kontrolle darüber behalten, wie und wann unsere Daten benutzt werden.

Da habt ihr es gehört: Solltet ihr also in Zukunft immer wieder mit Spam bombardiert oder mit irgendwelchen Scamming-Tricks dazu gebracht werden, einem südafrikanischen Prinzen im Exil bei der Suche nach seinen Familiendiamanten zu helfen, obwohl vorher Ruhe in euren E-Mails geherrscht hat: Einer eurer sogenannten „Freunde“ hat euch für eine Salami mit doppelt Käse ausverkauft …

Quelle: unilad.co.uk