Solltet ihr der einen oder anderen Gerstenkaltschale nicht abgeneigt sein, sprich: Bier trinken, gönnt ihr euch besser einen großen Schluck für die nun folgende mögliche Hiobsbotschaft. Denn Warnungen vor den drohenden Auswirkungen des Klimawandels werden nicht leiser – und könnten auch die herstellende Industrie für eines der beliebtesten Getränke der Menschheit weltweit gefährden. Dies zeigt eine neue Studie.

Diese Untersuchung wurde im Magazin „Nature Plants“ veröffentlicht und offenbart, dass die durch den Klimawandel immer wahrscheinlicher werdenden Dürreprognosen und deren entsprechende Auswirkungen vor allem vor den globalen Gerstenkulturen nicht halt machen werden – binnen der nächsten 80 Jahre soll es hier zu entsprechenden Einschränkungen kommen.

Preise verdoppelt bis verfünffacht

Aufgrund von Wirtschaftsmodellen interpretierten die Forscher die finanziellen Auswirkungen, die ein durch Dürre ausgelöster Gerstenmangel auf die Bierindustrie haben könnte. Das Resultat: Das Konsumniveau könnte allein im vereinigten Königreich um ein Viertel zurückgehen, doch noch stärker werden Irland, Belgien sowie die Tschechische Republik leiden.

Hier wird der Bierverbrauch um ein ganzes Drittel sinken – und das im Mutterland des Pilsners – zeitgleich werden sich die Preise verdoppeln. Für Polen ist gar von einem fünffachen Preisanstieg die Rede. Die genannten Länder dürften der Studie zufolge am stärksten betroffen sein, da sie große Mengen an Bier aus importierter Gerste brauen.

Prof. Dabo Guan, Mitglied des Forschungsteams der Universität von East Anglia, möchte mit den Ergebnissen mahnen.

„Wer ein Bierchen trinken will, sollte etwas tun“

Es müsse endlich etwas gegen den Klimawandel getan werden, sagt er. Gegenüber dem „Guardian“ betonte Guan: „Es gibt ein grundlegendes Element in der interkulturellen Wertschätzung von Bier. Wenn du immer noch ein paar Bierchen trinken willst, während du den Fußball schaust, dann ist [Handeln gegen den Klimawandel] der einzige Ausweg. Das ist die Schlüsselbotschaft."

Laut der Studie fließt rund ein Sechstel des weltweiten Gerstenangebots derzeit in die Bierproduktion, der Rest wird für die Viehzucht verwendet. Im Falle eines Mangels würde jedoch der Viehmarkt in den Vordergrund rücken, was die Auswirkungen für die Brauindustrie noch verheerender machen würde.

Quelle: ladbible.com