Als Vegetarier bewohnt man mit seinem Körper nicht bloß einen Tempel, sondern eine schier uneinnehmbare Festung, die auf einem stabilen Fundament aus tief verwurzelten moralischen Vorstellungen errichtet wurde und mit dicken Mauern aus festen Vorsätzen und tiefen Prinzipen-Gräben der fleischeslüsternen Umwelt trotzt. Das mag anlässlich eines gemeinsamen Grillabends mitunter zwar etwas nervig sein, in Sachen Willensstärke kann man vor einer derart in Stein gemeißelten Lebenseinstellung jedoch nur den Hut ziehen. Nichts vermag einen Vegetarier dazu zu bewegen, seine Zugbrücke für Fleisch zu senken. Außer natürlich, man hat zuvor einem Verräter Einlass gewährt, dessen Name einer Umfrage zufolge „Alkohol“ lautet.

Denn nach ein paar Runden Jägermeister ist bei vielen Vegetariern offenbar die Luft aus der eisernen Tugendhaftigkeit raus. Einer britischen Studie zufolge, die von der Website „VoucherCodesPro“ durchgeführt wurde, fallen 37 Prozent – und damit gut ein Drittel aller Vegetarier – im Suff der Fleischeslust anheim.

34 Prozent gaben zu, „jedes Mal“ wenn sie betrunken seien, Fleisch zu essen, 26 Prozent passiere es „relativ oft", 22 Prozent zumindest „selten". Und was gibt es zu Bier und Tequila? Ein schönes Steak von einem Rind, dessen Leben abgesehen von der Schlachtung aus einer Aneinanderreihung von Annehmlichkeiten bestand? Oder Bio-Geflügel von einem Huhn, das vom ganzen Freilaufen erschöpft tot umgefallen ist?

Nope!

Wenn, dann stürzt sich ein betrunkener Vegetarier gleich richtig tief in den Sündenpfuhl und dort geradewegs in die Arme der größten Fast-Food-Bitch überhaupt: des Döners. Habt ihr auch gerade diesen dramatischen Fanfaren-Jingle gehört? Döm döm döm dööööööööm!

Auf Platz zwei der Lieblings-Fleischgerichte von Vegetariern folgt ein saftiger Rindfleisch-Burger, diesem wiederum ein schönes Stück Speck. Frittierte Hähnchen und Schweinswürste haben es ebenfalls in die Top Fünf geschafft.

Die Tatsache, dass 69 Prozent der fleischfressenden Vegetarier ihre Eskapaden geheim halten, beweist, wie sehr diese am nächsten Morgen mit dem Bruch ihrer Prinzipien hadern. Wie bei allen Dummheiten, die einem im Suff vollkommen logisch erscheinen, ist es also an uns Freunden, im Notfall einzuschreiten. Oder wie George Charles, der Gründer von VoucherCodesPro, sagt:

„Ich glaube, es ist wichtig, dass die Freunde dieser Vegetarier sie unterstützen, wenn sie betrunken sind und sie auffordern, kein Fleisch zu essen, weil ich mir sicher bin, dass sie es am nächsten Tag bereuen werden.“

Das wäre nicht nur ein feiner Zug, man kann es seinem vegetarischen Kumpel auch wunderbar aufs Brot schmieren, wenn dieser einen bei der nächsten Grillparty mal wieder wegen des ungehemmten Fleischgenusses rügt.

Quelle: munchies.vice.com