Unter dem Gesichtspunkt betrachtet, dass sich das weibliche Schönheitsideal im Laufe der Jahrhunderte stark verändert hat – von Rubensfrau zum Klum’schen Model – scheint es zumindest keinen biologisch programmierten Code dafür zu geben, was Männer als attraktiv empfinden. Sind wir am Ende also bloß Passivraucher im wabernden Dunst der Modeindustrie? Man weiß es nicht! Was man aber weiß, ist, dass Männer auf attraktive Frauen anders reagieren, als auf Mauerblümchen. Und das fängt schon bei der Einladung zum Essen an!

Das belegen die Untersuchungen des Psychologen Tobias Otterbring, der an der schwedischen Universität Karlstad tätig ist. Am Anfang stand die Frage, inwieweit sich das Konsumverhalten von Männern und Frauen ändert, die zuvor einen schönen Menschen angesehen haben. Am Ende das Ergebnis, dass Männer in Begleitung einer schönen Frau eher teure Speisen und Getränke bestellen, während die Damen in vergleichbaren Situationen dazu tendieren, sich Gesundes wie frische Früchte kommen zu lassen.

Champagner oder Saft?

Otterbring erklärt dieses Verhalten damit, dass heterosexuelle Menschen die Ernährung als Form der Kommunikation nutzen. Männer, die teures Essen bestellen, möchten Wohlstand und Ansehen signalisieren, Frauen sich beim Anblick eines attraktiven Kerls dagegen in erster Linie als schön und gesund präsentieren.

Um das herauszufinden, durchliefen 530 männliche und weibliche Studenten verschiedene Experimente. Unter anderem wurde den Probanden dabei entweder das Foto eines attraktiven oder eines weniger attraktiven Menschen gezeigt, welches dann bewertet werden sollte. Anschließend sollten sie auf einem scheinbar davon unabhängigen Fragebogen beurteilen, wie viel Geld sie für bestimmte Produkte ausgeben würden. Von Vollkornnudeln über Pizza bis hin zum teuren Champagner.

Nun sollte man nicht den Fehler machen, aus der Studie den Schluss zu ziehen, dass Frauen sich allesamt mit Geld ködern lassen. Bei der Wahl, was man sich aus der Speisekarte bestellt, gehe es Ernährungspsychologen zufolge viel mehr um das eigene Selbstideal. Und dieses sieht bei vielen Frauen nun einmal vor, gesund zu sein, während sich Männer gerne als reiche Kerle mit hohem Status fühlen.

Quelle: www.welt.de