Spanier sollen weniger Fleisch essen: Ministerpräsident sabotiert Kampagne – Um seine Landsleute dazu zu bringen, weniger Fleisch zu essen, hat der spanische Verbraucherminister Alberto Garzón eine Kampagne mit dem Motto „Weniger Fleisch, mehr Leben“ ausgerufen. Der Hintergrund: Die Reduzierung des Fleischkonsums diene nicht nur der Gesundheit der Menschen, sondern auch dem Erhalt des Planeten.

Doch ausgerechnet sein eigener Ministerpräsident Pedro Sánchez fährt Garzón mitten in die Parade, indem er im Rahmen eines Besuches der litauischen Hauptstadt Vilnius mit einem süffisanten Lächeln äußerte:

„Zu dieser Polemik werde ich eine sehr persönliche Antwort geben: Für mich ist ein medium gebratenes Steak unschlagbar.“

Sánchez ist nicht das einzige Regierungsmitglied, welches sich offen gegen die Kampagne des Verbraucherministers stellt. Zuvor hatte bereits der Agrar- und Ernährungsminister Luis Planas den Aufruf mit Nachdruck zurückgewiesen.

Planas: „Diese Kampagne ist genauso falsch wie die Aussage, dass Zucker tötet.“

Der Minister fügt hinzu, dass sie zudem eine Gefahr für Viehzüchter darstelle. Agrarverbände bezeichneten Garzón indes als einen „Lügner“. Immerhin zählt Spanien zu den größten landwirtschaftlichen Produzenten im westlichen Europa.

Amtlichen Angaben zufolge sind dort rund 800.000 Menschen in der Agrar- und Viehwirtschaft tätig

Wie Garzón im spanischen Fernsehen erklärte, wolle er sich davon aber nicht beirren lassen und mit seiner Kampagne weitermachen, um „Tausende Leben zu retten“.

„Ich denke, es ist klar, was wir sagen: Wir müssen zur Mittelmeer-Diät zurückkehren, den Konsum von Fleisch reduzieren“, so Garzón. „Das bedeutet nicht, dass man kein Fleisch mehr essen soll. Man muss es aber unter Beachtung gesundheitlicher Vorgaben tun.“

Auf die Frage hin, wie er denn sein Steak möge, konterte der Verbraucherminister ironisch: „Ich mag’s weniger blutig.“

Quelle: bild.de