Redefine Meat: „Fleisch“ aus Pflanzen kommt nach Deutschland – Lange geisterte das „Fleisch“ aus dem 3-D-Drucker durch die Medienlandschaft, dann wurde es Realität. Nun soll das vegane Spezialprodukt eines israelischen Start-ups namens „Redefine Meat“ auch in deutsche und schweizerische Restaurants einziehen. Bei der Bekämpfung des Klimawandels soll insbesondere der Methanausstoß der weltweiten Viehzucht eine entscheidende Rolle spielen – Produkte wie „Redefine Meat“ könnten dem entgegenwirken.

Schon länger investieren Milliardäre und Hollywood-Stars daher kräftig in Unternehmen wie „Beyond Meat“ und „Impossible Foods“, die Alternativen für Hamburger oder Chicken Nuggets herstellen und ihr Produktportfolio stetig vergrößern. Der Markt für solche veganen Ersatzprodukte wächst, wie „Heise“ berichtet. Auch Ketten wie McDonald‘s arbeiten an weiteren Burger-Produkten in dieser Richtung.

Einige Unternehmen, darunter das von Bill Gates mitgeförderte Start-up „Memphis Meats“ züchten Fleisch aus Zellen im Labor, was von vielen Wirtschaftsexperten eher kritisch beäugt wird, weil das Ergebnis sehr teuer ist.

Andere Unternehmen setzen auf Pflanzenstoffe. „Redefine Meat“ aus Israel gehört dazu. Hier wird das Fleisch mit dem industriellen 3-D-Drucker hergestellt, um so den Eindruck von echtem Fleisch durch die richtige Textur und ein spezielles Bissgefühl zu verstärken. Das Erlebnis soll hochwertigem Fleisch wie etwa vom Rind gleichen, die Umwelt aber zu 95 Prozent weniger belasten.

Beteiligt an „Redefine Meat“ sind auch Förderer aus Deutschland, etwa die PHW-Gruppe, zu der wiederum etwa der deutsche Geflügelhersteller Wiesenhof zählt. Mitte Februar wurde bekanntgegeben, dass das Unternehmen weitere 29 Millionen US-Dollar gesichert hat – der Mitteilung zufolge will man mit dem Geld das internationale Wachstum ankurbeln und seine Produktpalette vergrößern, um bis 2030 schließlich weltgrößter Anbieter für Alternativfleisch zu sein. Ambitionierte Pläne, in die rege investiert wird.

Laut einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ wird bereits im ersten Halbjahr 2021 Ersatzfleisch aus den Produktionsstätten von Redefine in der Schweiz und Deutschland erhältlich sein. Man werde, so der Unternehmensgründer Eshchar Ben-Shitrit, erst mit Restaurants beginnen und dann auch den Einzelhandel bedienen.

Redefine testete seinen Fleischersatz aus dem Drucker ausgiebig, unter anderem in einem Vorort Tel Avivs, mithilfe eines Imbisswagens.

Unter dem Motto „Ein neues Fleisch für die Stadt“ habe man die Menschen Ben-Shitrit zufolge „Redefine Meat“ erst zu essen gegeben und später aufgeklärt, dass es kein echtes Fleisch war – eine „überwältigende“ Menge von Rückmeldungen mit einer „Akzeptanzquote von mehr als 90 Prozent“ hätten die Koster dem Fleischersatz beschert. In zwei Tagen hatte man mit 200 Besuchern kalkuliert – 600 hätten an nur einem Tag den Imbisswagen besucht und Schlange stehen bis zu 50 Minuten auf sich genommen.

Bei dem Unternehmen ist man hocherfreut über solche Rückmeldungen, bei denen Testpersonen sowohl Geschmack und Konsistenz als auch das Mundgefühl mit dem von echtem Fleisch verglichen hätten. Noch dazu betont man bei Redefine, dass das Produkt in der Herstellung weniger koste als echtes Fleisch. Man darf gespannt sein, ob dies auch genügt, um Kundschaft im deutschsprachigen Raum zu überzeugen.

Quelle: heise.de