Habt ihr eine klare Vorstellung davon, was in eurem Gefrierfach alles so abgeht? Schon klar, eine heimliche Party ist wohl eher nicht befürchten, aber wann habt ihr das letzte Mal in der Kühltruhe für Ordnung gesorgt? Die Tatsache, dass man gefrorene Produkte in haltbarer Sicherheit wähnt, führt bei vielen Menschen nun einmal dazu, dass sie schlicht und einfach vergessen, was sie wann eingefroren haben.

Nichts gegen die freudige Überraschung, wenn man mit knurrendem Magen wühlend plötzlich einen antiken Hackbraten entdeckt, der irgendwo in der hintersten Ecke seit vielen Jahren vor sich hin geschlummert hat. Aber so gut niedrige Temperaturen auch konservieren, gibt es doch gewisse Regeln, die ihr beachten solltet. Denn nicht jedes Lebensmittel kann einfach so in den Kälteschlaf versetzt und dann reanimiert werden.

Regel 1: Je frischer, desto besser

Überlegt euch am besten schon vor dem Einkauf, welche Produkte ihr später einlagern wollt, und welche nicht. Denn Lebensmittel büßen zunehmend an Qualität ein, je länger sie eingefroren sind. Folglich sollten im Idealfall nur möglichst frische Produkte in der Tiefkühltruhe landen.

Regel 2: Gute Vorbereitung ist alles

Bevor ihr eure Lebensmittel schlafen schickt, deckt sie auch anständig zu. Soll heißen, dass ihr die Produkte, egal ob ihr sie nun geputzt, getrocknet, in Stücke geschnitten, blanchiert oder habt abkühlen lassen, auf jedem Fall in ein gefriergeeignetes Gefäß oder in eine spezielle Gefriertüte umfüllen müsst. Dazu sei noch gesagt, dass ihr Gemüse vor dem Einfrieren grundsätzlich blanchieren solltet. Dadurch wird nämlich die Enzymaktivität reduziert, was anderenfalls dazu führen würde, dass sich Farbe und Geschmack verändern und Vitamine verloren gehen.

Regel 3: Nur Luftdicht ist wirklich dicht

Nach dem gefriergeeigneten Verpacken solltet ihr nochmal überprüfen, ob auch wirklich keine Luft oder Feuchtigkeit durchdringen kann. Anderenfalls riskiert ihr den Verlust von Vitaminen oder gar den berühmt-berüchtigten Gefrierbrand. Dieser tritt auf, wenn zu viel Sauerstoff an das betroffene Lebensmittel gelangt und die Temperatur im Gefrierschrank schwankt. In der Folge trocknet das Produkt aus und es kommt zu unschönen weißlich-grauen Flecken. Zwar ist der Verzehr nicht ungesund, doch der Geschmack leidet merklich. Von daher: Immer schön alles luftdicht verschließen. Ideal wäre natürlich vakuumverpackt.

Regel 4: Fleisch und Fisch mögen das Vakuum

Vakuumieren ist immer noch der beste Schutz vor unappetitlichem Gefrierbrand, insbesondere bei rohem Fleisch oder rohem Fisch. Solltet ihr kein entsprechendes Gerät daheim haben, bieten auch viele Metzger und Fischläden diesen Service an. Achtet ansonsten darauf, immer möglichst kleine Portionen einzufrieren und Hackfleisch flach zu drücken, was die Bakterienbildung reduziert.

Regel 5: Stopft nicht alles voll

Ob ihr nun ein festes Gefäß oder eine Tüte zum Einfrieren benutzt, es darf nie zu voll gefüllt werden. Wasserhaltige Speisen können sich nämlich beim Frieren ausdehnen, was bei einer zu hohen Füllmenge dazu führt, dass das Behältnis platzen kann, während bei Vorratsdosen die Gefahr besteht, dass sich der Deckel löst.

Regel 6: Kennzeichnen hilft

Jeder, der eine Tiefkühltruhe hat, weiß, wie schnell darin der Überblick flöten geht. Macht euch also an besten die Mühe, eure Produkte mit dem Einfrierdatum, der ungefähren Mindesthaltbarkeit und natürlich auch dem Inhalt zu kennzeichnen. Ihr werdet es euch später selber Danken!

Regel 7: Beachtet die Haltbarkeit

Behaltet ihr die folgenden Zeitangaben zur Haltbarkeit in der Tiefkühltruhe im Blick, kann eigentlich nichts mehr schief gehen:

  • Gemüse: 3 bis 12 Monate
  • Fleisch oder Fisch: 3 bis 12 Monate
  • Obst: 9 bis 12 Monate
  • Wurst: 1 bis 6 Monate
  • Milchprodukte: 2 bis 6 Monate
  • Kräuter: 3 bis 4 Monate
  • Backwaren: 1 bis 3 Monate
  • Selbstgekochtes: 1 bis 3 Monate

Regel 8: Das richtige Auftauen

Während die Lebensmittel beim Einfrieren möglichst schnell runtergekühlt werden sollten, damit keine Vitamine verloren gehen oder der Geschmack leidet, verhält es sich beim Auftauen genau anders herum: Je langsamer und schonender, desto besser. Euer Gemüse büßt beispielsweise an Knackigkeit ein, wenn ihr es direkt ins heiße Wasser gebt. Noch sensibler reagieren Fleisch und Fisch, weshalb ihr am besten beides schon am Vorabend aus dem Gefrierfach nehmen und über Nacht im Kühlschrank auftauen solltet. Übrigens werden auch die Bakterien nach dem Auftauen wieder aktiv, weshalb ihr roh gefrostete Lebensmittel auch nicht ein zweites Mal einfrieren solltet.

Quelle: stern.de