Lebensmittel: Preise für Agrarprodukte auf Rekordkurs – Die schlechten Nachrichten rund um immer weiter steigende Lebensmittelpreise ebben nicht ab. Wegen des Krieges in der Ukraine schießen die Erzeugerpreise für Agrarprodukte immer weiter in die Höhe. Das werden daher alle Verbraucher bald auch im Handel schmerzlich zu spüren bekommen.

Laut dem Statistischen Bundesamt schraubten bereits im ersten Monat nach Kriegsausbruch Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte ihre Preise massiv nach oben – im März im Schnitt um ganze 34,7 Prozent. Ein Sprecher des Amts teilte mit: „Dies ist der höchste Preisanstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1961. […] Allein gegenüber Februar 2022 stiegen die Preise um 15,1 Prozent.“

„Verknappung des Angebots infolge des Kriegs in der Ukraine“

Im Zuge dessen stiegen die Preise für pflanzliche Produkte sogar um 42,1 Prozent und für tierische Erzeugnisse um 29,5 Prozent. Die Preisexplosion führt man unter anderem auf die Handelsentwicklung beim Getreide zurück. So lagen im März die Getreidepreise um ganze 70,2 Prozent über dem des Vorjahresmonats.

Das Statistische Bundesamt erklärt: „Ausschlaggebend für die enorme Preissteigerung bei Getreide ist die Verknappung des Angebots infolge des Kriegs in der Ukraine […] Dadurch hat sich die bereits zuvor angespannte Situation auf dem Weltmarkt mit einer hohen Nachfrage im In- und Ausland noch einmal deutlich verschärft.“

Großteil der Kosten wird an die Endverbraucher weitergegeben

Die massive Preissteigerung bei Speisekartoffeln von 91,7 Prozent wird unter anderem auf witterungsbedingte geringe Ernteerträge zurückgeführt. Derweil zogen laut Statistischem Bundesamt die Erzeugerpreise für Raps um 70,1 Prozent. Beim Obst hingegen sanken die Erzeugerpreise um 12,4 Prozent. In Bezug auf tierische Produkte wie zum Beispiel Milch, stieg der Milchpreis stark um 33,3 Prozent an.

Experten rechnen damit, dass sich in naher Zukunft letzten Endes alle Verbraucher auf extreme Preissteigerungen im Lebensmittelhandel einstellen müssen, da ein Großteil der Kosten höchstwahrscheinlich an die Endverbraucher weitergegeben wird. Und ein Ende der Preisexplosionen ist laut Experten nicht in Sicht.

Quelle: tagesschau.de