Ein ulkiges Sprüche-Meme aus dem Netz besagt: Es heißt „mindestens haltbar bis“ und nicht „sicher tödlich ab“ – und bezieht damit humorvoll Stellung zu der fast schon panischen Angst vieler Konsumenten vor dem Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums bei Lebensmitteln.

Während die einen sich schulterzuckend noch einen Packen Salami reinziehen, der dem Aufdruck zufolge eigentlich schon seit letzter Woche hätte weg sein müssen, misten andere regelmäßig den Kühlschrank aus und werfen Unmengen an abgelaufenen Produkten in den Müll. Aber wer hat denn nun Recht? Kann man Lebensmittel noch gefahrlos genießen, wenn das Haltbarkeitsdatum überschritten ist, oder sollte man besser die Finger davon lassen?

Die Antwort steckt schon in der Bezeichnung „Mindesthaltbarkeit“. Oder wie Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler am Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) sagt: „Viele Lebensmittel sind auch nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit noch völlig in Ordnung.

Es wäre pure Verschwendung, sie ohne einen prüfenden Blick wegzuwerfen.“ Tatsächlich wirft jeder Deutsche im Schnitt jedes Jahr ganze 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Viel davon ungeöffnet. Dabei lässt sich mit ein paar einfachen Tricks überprüfen, ob die Nahrungsmittel noch genießbar sind.

Auge, Nase, Mund

So profan es klingen mag, sind unsere Sinne doch immer noch das beste Werkzeug, um sich von der Qualität eines Lebensmittels zu überzeugen. Entdeckt ihr auf dem Produkt Schimmel, riecht oder schmeckt es seltsam und fremdartig, bitter oder faul, wisst ihr Bescheid! Vertraut auf eure Instinkte und lasst im Verdachtsfall die Finger davon!

Denn Lebensmittelinfektionen oder Schimmelpilzgifte sind alles andere als spaßig. Immerhin erkranken jährlich mehr als 200.000 Menschen an den Folgen verdorbener Lebensmittel aufgrund von schlechter Küchenhygiene, unzureichender Erhitzung oder ungenügender Kühlung.

Aber wie gesagt: Keine Panik! Nehmen wir zum Beispiel die gute alte Butter. Diese kann –verschlossen gelagert im mittleren Fach vom Kühlschrank – auch mehrere Wochen nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ohne Bedenken verzehrt werden.

Schaut sie jedoch dunkelgelb aus, riecht und schmeckt ranzig, solltet ihr euch mal neue kaufen. Reis und Nudeln sind selbst Jahre nach Ablauf noch haltbar und Kaffee büßt höchstens an Aroma ein.

Nasse Eier

Selbst Eier, die das Haltbarkeitsdatum erreicht haben, halten locker noch bis zu zwei Wochen aus. Zumindest wenn ihr sie zum Kochen und Backen verwenden möchtet. Für Speisen, die mit rohen Eiern zubereitet werden, empfiehlt sich natürlich ein frisches Produkt.

Wer sich unsicher ist, legt das fragliche Ei in ein Glas mit Wasser. Ein frisches Ei bleibt nämlich unten, während sich ältere, aber noch genießbare Eier aufrichten. Schwimmt das Ei hingegen oben, gehört es in den Müll.

Und sicherlich kennt jeder von uns diesen weißen Belag, der sich zuweilen auf Lebensmitteln wie zum Beispiel Schokolade bildet, und hat sich schon mal gefragt, ob da alles mit rechten Dingen zugeht. Harald Seitz hat die Antwort:

„Der weißliche Belag ist […] kein Schimmel, sondern ein unbedenklicher Reif“.
Allerdings, so Seitz weiter, gilt es zwischen Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis...“) und Mindesthaltbarkeitsdatum („mindestens haltbar bis...“) zu unterscheiden.

Denn das Verbrauchsdatum findet sich häufig auf leicht verderblichen Lebensmitteln wie  Hackfleisch, Fisch und Geflügel, bei denen sich schnell Krankheitserreger vermehren können, und ist von daher dringend einzuhalten!

Quelle: shz.de