McDonald‘s hat als Konzern strenge Vorgaben, aus welchen Zutaten die Burger bestehen – in jedem Land, in dem der Konzern operiert. Das führt dazu, dass sich beispielsweise der Big Mac in 140 Ländern nicht unterscheidet. Aus genau diesem Grund eignet sich das Produkt des Konzerns aber hervorragend für Gedankenspiele von Wirtschaftswissenschaftlern. Über deren Kreise hinaus bekannt ist der sogenannte Big-Mac-Index, der in den 80er Jahren vom britischen Wirtschaftsmagazin „The Economist“ ersonnen wurde und die Kaufkraftunterschiede verschiedener Länder anhand der Hackfleisch-Bemme beleuchtet.

Auf diese Weise kann man weltwirtschaftlich komplexe Kaufkraftunterschiede durch verschiedene Wechselkurse anhand eines einfachen Beispiels beleuchten, denn der US-Dollar ist nach wie vor der Maßstab, der an die Weltwirtschaft angelegt wird. Der Big Mac kostet in den USA beispielsweise im Moment 5,06 $, in der Türkei hingegen umgerechnet 2,75 $. Der Big Mac ist also weitaus günstiger, als der eigentliche Wechselkurs zwischen US-Dollar und türkischer Lira nahelegt. Die türkische Lira ist damit um 45,7 Prozent gegenüber dem Dollar unterbewertet, der mexikanische Peso im direkten Vergleich zu gar 55,9 Prozent.

In den USA zahlen Euro-Esser drauf

Grundlage des Big-Mac-Index bildet die Theorie von der Kaufkraftparität. Diese besagt, dass der Außenwert einer Währung im internationalen Finanzmarkt nicht zwangsläufig dem sogenannten Binnenwert entspricht, also dem, was man mit dem Geld im eigenen Land kaufen kann. Kaufkraftparität gilt aber nur dann, wenn Außen- und Binnenwert der Währung übereinstimmen. So ist der Euro dem US-Dollar gegenüber laut Big-Mac-Index im Januar 2017 mit 19,7 % unterbewertet, also viel zu günstig. Soll heißen: Macht ihr in den USA Urlaub, zahlt ihr für jede Frikadelle zwischen weichen Sesambrötchen drauf.

Während Touristen aus den USA ihren Big Mac bei besagtem Türkeiurlaub oder bei uns also weitaus günstiger bekommen würden, als sie es von zu Hause gewohnt sind. Könnte man den günstigeren Big Mac als Exportprodukt von Deutschland in die USA ordern und würden genug Menschen dies tun, wäre irgendwann durch die erhöhte Nachfrage die Kaufkraftparität wiederhergestellt. Wer sich über die Theorie hinaus interessiert, wie sich die jeweilige Heimat, die Nachbarn oder das liebste Urlaubsland im internationalen Vergleich auf dem Big-Mac-Index schlagen, der wird hier fündig und kann sich das ganze in visueller Form zu Gemüte führen.

Quellen: spiegel.de , Fotos: Mc Donald's