Wer kennt das nicht aus alten Filmen: „Hiermit verurteilen wir den Angeklagten zu 50 Jahren Zuchthaus. Er soll schmachten bei Wasser und Brot.“ Die Zeiten sind nicht nur in ganz Deutschland vorbei, in Bergisch Gladbach bekommen Inhaftierte seit dem 1. März ihr Essen sogar von McDonald’s. Dies bestätigte der Polizeisprecher Richard Barz. Die vorzeitige Beendigung eines Vertrags mit dem bisherigen Essenslieferanten, einem Krankenhaus, zwang die Justiz zu diesem Schritt, der wohl einzigartig sein dürfte.

Da für schnellen Ersatz gesorgt werden musste, befand die Kreispolizei, dass man das Essen am besten direkt von gegenüber in die Polizeiwache liefern lassen würde. Denn dort steht eine Filiale des US-Fastfood-Giganten. „Der Standort und das rund um die Uhr verfügbare Angebot gaben den Ausschlag für die Entscheidung zugunsten von McDonald’s“, erläutert Barz. Zu den Mahlzeiten wird den Inhaftierten seitdem eine Liste mit Gerichten vorgelegt, die zusammengerechnet pro Kopf zwischen zwei und vier Euro kosten dürfen. Selbst beim Frühstück läuft das Ganze in dieser Form ab.

Sobald die Liste der Speisewünsche aller Strafgefangenen vollständig ist, gehen Beamte damit zu ihrem jeweiligen Schichtleiter, der wiederum den Weg zur „Goldenen Möwe“ antritt und sich die von ihm abgezeichnete Bestellung vom Restaurantleiter gegenzeichnen lässt. Danach bekommen die Beamten das Essen, es wird an die Inhaftierten in ihren Zellen ausgehändigt – und die Bestellliste wandert in die Buchhaltung.

Quelle: www.rundschau-online.de