Mangel an Leergut: Lieferengpässe beim Bier befürchtet – Ganze Branchen sehen sich derzeit mit Rohstoffmangel und Lieferengpässen konfrontiert. Ein Brauerei-Verband befürchtet eine solche Entwicklung in den kommenden Wochen auch für das Bier, bezeichnete die Situation schon jetzt als „äußerst angespannt“. Verstärkt werde das Problem durch den Beginn der Grill- und Sommersaison.

Der Verband „Private Brauereien Bayern“ erläuterte eine Situation, welche „in der Regel jährlich auftritt, weil in den Sommermonaten mehr Bier getrunken wird“. Das mögliche Gas-Embargo oder ein Gas-Lieferstopp aus Russland kämen in diesem Jahr gemeinsam mit stark gestiegenen Energiepreisen hinzu, so Verbandssprecher Benedikt Meier. Der Preis für die Herstellung von Glasflaschen sei stark gestiegen, diese würden unter Einsatz von Gas erzeugt.

Die Auswirkungen:

Rund doppelt so teuer wie das Pfand, das die Brauerei dafür verlangen könne, sei eine neue Glasflasche. Meyer zufolge sei zu befürchten, dass die eine oder andere Brauerei Leergutprobleme bekommen könnte. Ebenfalls eine Rolle spielten dabei die Vertriebswege. In der Regel erhielten kleine und mittelständische Brauereien, die im Radius von 50 Kilometern um den Standort ihr Bier vertrieben, Leergut schneller zurück.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele, äußerte sich ebenfalls. Gegenüber „Bild“ gab er an: „Engpässe sehen wir spätestens im Sommer.“ Auch er nennt deutlich gestiegene Kosten für neue Flaschen sowie einen Mangel an Lkw-Fahrern als Gründe. Eichele betont: „Je heißer der Sommer, desto schwieriger kann die Situation werden. Als „äußerst angespannt“ bezeichnete er die Lage.

Eichele: „Leerlauf droht“

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes in „Bild“ weiter: „Wer keine langfristigen Verträge hat, muss für neue Glasflaschen zurzeit 80 Prozent mehr bezahlen als noch vor einem Jahr.“ Der Leerlauf drohe einigen Brauereien, diese könnten „vielleicht bald ohne Flaschen“ dastehen. Um die Situation zu entspannen, sollten Verbraucher Leergut möglichst schnell im Handel zurückgeben. In ein ähnliches Horn stieß die Brauerei Veltins, dort sprach man von einer angespannten Situation.

Ein Unternehmenssprecher: „Aber wir sehen aktuell keine Lieferschwierigkeiten, der Verbraucher bekommt das Bier, das er wünscht.“ Brauereien versuchten, sich mit neuen Flaschen wegen der Gefahr eines Gas-Lieferstopps einzudecken. „Aktuell gibt es keine Erkenntnisse, dass es schon eng ist, die Märkte sind voll mit Ware“, so der Sprecher weiter. Die Saisonspitze im Sommer stehe allerdings noch bevor.

In diesem Jahr dürfte der Bedarf höher ausfallen als in den Jahren der Pandemie davor.

In Sachen Leergut könnte zudem ein Urlaubseffekt eintreten, so der „Focus“: Da nun wieder mehr Familien in die Sommerferien fahren, könnte dies dafür sorgen, dass auch mehr leere Bierflaschen über längere Zeit in Kellern und Garagen verweilen. Brauereien haben nicht nur in Ausnahmezuständen mit einem Mangel an zurückgebrachtem Leergut zu kämpfen. Die fränkische Brauerei Grasser rief beispielsweise schon im November Kunden auf, leere Flaschen abzugeben:

Wir haben wirklich alles versucht 🥺 ➡️ wir haben viele neue Kästen gekauft ➡️ wir haben viele Flaschen geordert, aber...

Posted by Huppendorfer Bier on Monday, November 8, 2021

Quelle: focus.de