Wie lautet noch der schöne Spruch? „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“? Für das nun folgende Video müsste man das Ganze etwas umdichten: Es kann der Fleischesser nicht in Ruhe im Steakhouse sitzen, wenn es dem Veganer mit der moralischen Überlegenheit nicht gefällt. Die Esser aus diesem Video können davon ein Liedchen singen.

Oder besser: die „für 20 Minuten Nicht-Esser“. Denn in diesem Restaurant im britischen Brighton (Sussex) erlebten die Besucher einen Abend, den sie sich so sicher nicht ausgemalt hatten: Eine Gruppe Tierrechts-Aktivisten der Organisation „Direct Action Everywhere“ drang an einem proppevollen Samstagabend in das Steakhouse „Touro“ ein und begannen einen Protest.

Einige Gäste aßen einfach weiter

Sie wedelten mit Plakaten und waren mit Lautsprecher und Megaphon ausgestattet. Damit hielt ein Vertreter der Gruppierung eine Ansprache, wurde aber von den anwesenden Gästen übertönt. Doch damit nicht genug: Als Nächstes wurden aus den Lautsprechern Geräusche und Schreie abgespielt, die mutmaßlich aus britischen Schlachthöfen stammen.

Dazu skandierten die Aktivisten Rufe wie „Es ist kein Essen, es ist Gewalt“ oder „Es gibt keine Entschuldigung für den Missbrauch von Tieren.“ Viele Esser erreichten sie mit ihrer Botschaft nicht, die meisten wirken entweder verstört oder amüsiert. Nach 20 Minuten musste die Gruppe das Restaurant verlassen, weil die Polizei eingeschaltet worden war. Sie setzte ihren Protest vor dem Steakhouse fort.

Friedlicher Protest, keine Verhaftungen

Dafür verliehen nun die Restaurant-Besucher ihrer Freude darüber, dass die Gruppe endlich verstummt war, lautstark Ausdruck – und sangen. Da der Protest ansonsten friedlich verlaufen war, wurde keiner der Tierrechts-Demonstranten verhaftet. Die Gruppe konnte draußen weitemachen. „Direct Action Everywhere“ wurde 2013 in den USA gegründet und hat seitdem einige englische Untergruppen. Ein Vertreter der Tierrechtler zu dem Vorfall:

„In einer Zeit, in der wir eine massive Umweltzerstörung erleben, die größtenteils auf unsere nicht nachhaltigen und unmoralischen Ernährungsentscheidungen zurückzuführen ist, ist es von größter Bedeutung, dass wir unser Ego beiseitelegen und akzeptieren, dass wir alle verbunden, dass wir alle Tiere sind. Wir können das Leiden und den Schmerz, den wir verursachen, nicht mehr ignorieren. Wir sind nicht die einzigen fühlenden Wesen, die diesen Planeten bewohnen.“

Quelle: ladbible.com