Smoothies sind derzeit in aller Munde. Ist ja auch durchaus praktisch, sich ohne große Umstände einen kompakten Vitaminschub aus der Flasche einzuverleiben. Aber wusstet ihr, dass es weder in Deutschland noch in den Vereinigten Staaten eine lebensmittelrechtliche Definition gibt, welche Getränke als Smoothie bezeichnet werden dürfen und welche nicht? Tatsächlich können alle Zutaten verwendet werden, die lebensmittelrechtlich zulässig sind. Und damit folglich auch Fleisch!

Eine Marktlücke? Nicht mehr lange, denn ein Metzgermeister aus Rheinland-Pfalz hat tatsächlich einen Fleisch-Drink entwickelt, den er im September in den Handel bringen will. Drei verschiedene Drinks umfasst das Sortiment: die Hühnchensorte "Poulet Royal" sowie die Rindsorten "Butcher Beef" und "Beef Bombay".

"Es ist eine Trink-Mahlzeit für Menschen, die unterwegs sind - wie Handwerker, Lkw-Fahrer, aber auch Wanderer oder Sportler", erklärt der Erfinder Peter Klaasen. Von daher liegt es auch nahe, dass er plant, sein Trink-Fleisch nicht nur im Einzelhandel, sondern auch in Tankstellen zu platzieren.

Ergänzung, kein Ersatz!

Der 55-jährige ist sich dabei bewusst, dass sein Produkt polarisiert. "Es wird Befürworter geben, aber genauso viele Gegner, die die Vorstellung, Fleisch zu trinken, abstoßend finden", sagt Klaasen und äußert sogar Verständnis für die Kritiker. Allerdings entsprechen die neuen Drinks dem Zeitgeist von Coffee to Go, Smoothies und der schnellen Mahlzeit für unterwegs. "Davon soll sich ja keiner ernähren, sie sollen eine Ergänzung für bestimmte Gelegenheiten sein."

Klaasen scheint fest vom Erfolg überzeigt zu sein. Immerhin hat er bereits knapp eine Million Euro für die Herstellung locker gemacht, die ihn und seinen Sohn drei Jahre Entwicklungszeit gekostet hat. "Die Schwierigkeit lag darin, Fleisch so flüssig zu machen, dass man keine Fleischfasern mehr auf der Zunge spürt", erklärt Klaasen. "Es muss so fein sein wie Kakao."

Der Plan sieht vor, zunächst 10.000 Flaschen pro Woche auf den Markt zu werfen, später seien jedoch auch 30.000 denkbar. Und tatsächlich gibt es für Luxemburg, Belgien und Frankreich bereits Vertriebspartner. Doch auch in Deutschland stehe man bereits in den Startlöchern.

Ernährungsexperten halten diese Idee grundsätzlich durchaus für sinnvoll, wenn es mal schnell gehen muss, oder man im höheren Alter mit Kau- und Schluckbeschwerden zu kämpfen hat. Allerdings wird zu einem maßvollen Genuss geraten. Denn 300 bis 600 Gramm Fleisch- und Wurstwaren pro Woche gelten als vollkommen ausreichend.

Quelle: rp-online.de