Ein walisischer Koch hat eine neue Chilisorte gezüchtet, die selbst momentane Spitzenreiter im Schärfegrad noch bei weitem übertrifft – eine Chili, so scharf, dass sie Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit töten kann.

Es gibt Chilischoten, die sind scharf. Dann wiederum gibt es Chilis, die brennen dermaßen stark, dass sie sich förmlich durch die Speiseröhre fressen – Weltrekordhalter in Sachen Schärfe wie etwa die „Red Savina“, die „Bhut Jolokia“ oder die „Trinidad moruga Scorpion“: Allesamt Züchtungen, denen man einst nachsagte, sie wären die schärfste Chili der Welt. Dann kam die „Carolina Reaper“ mit 2,2 Millionen sog. Scoville-Einheiten auf der Schärfetabelle (Satte 200.000 Scoville stärker als das aggressivste Pfefferspray des US-Militärs) und verwies sie allesamt auf ihren Platz. Doch die neue Züchtung aus Wales übertrifft sogar das.

„Dragon’s Breath“, also „Drachenodem“, hat Züchter Mike Smith seine Schöpfung getauft. In Kooperation mit der Universität von Nottingham-Trent kreierte er das Schärfemonstrum. Smith blickt dabei auf satte acht Jahre Erfahrung bei der Züchtung verschiedener Sorten zurück. Doch zum Würzen oder Essen ist die Sorte gar nicht gedacht – wer Hand oder besser Mund an die Schoten legt, geht mit hoher Wahrscheinlichkeit an einem anaphylaktischen Schock inklusive vollständigem Kreislaufversagen zugrunde.

Gezüchtet für medizinische Zwecke

Stattdessen ist die Schote als Betäubungsmittellieferant für medizinische Zwecke gedacht – der Schärfegrad liegt mit 2,43 Millionen Scoville dermaßen hoch, dass er das Schmerzempfinden der Nerven, insbesondere der Hautzellen, abschalten kann. Ein ideales Betäubungsmittel für Menschen, die allergisch auf die gängigen Lokalanästhetika reagieren bzw. für Länder, deren Bewohnern es an den nötigen Geldmitteln für teure Medikamente dieser Art fehlt.

Doch wie das bei Männern so ist, die etwas mit eigenen Händen geschaffen haben: Natürlich hat Smith seine Züchtung selbst auf die Geschmacksprobe gestellt und sich ein kleines Stück auf die Zunge gelegt: Nach nur zehn Sekunden musste er die Probe ausspucken, nach eigener Aussage habe sein Mund ganze 30 Minuten weiter gebrannt. Die „Dragon’s Breath“ hat er nun beim Guinness-Buch der Rekorde als weltweit schärfste Chili angemeldet – der Waliser wartet nur noch seine Bestätigung. MANN.TV freut sich hingegen schon jetzt auf die ganzen Videos, in denen irgendwelche Einzeller versuchen werden, die neue Superzüchtung trotz Warnungen vor laufender Kamera zu verspeisen – oder gar zu rauchen

Quelle: 20min.ch