Pommes-Frites, knusprig frittiert oder kross gebacken. Schon seit Längerem stehen die goldgelben Kartoffelstäbchen in dem Verdacht, für den Menschen schädliche Stoffe freizusetzen – wie auch viele andere frittierte oder gebratene Gerichte. Dem will die EU jetzt entgegenwirken: Eine neue Verordnung soll festlegen, wie braun zu braun ist.

Acrylamid heißt der umstrittene Stoff, krebserregend und beim Braten, Rösten, Backen und Frittieren vieler Speisen wird er freigesetzt. Er findet sich nicht nur in Chips, Pommes und Co., sondern beispielsweise auch in Kaffee. Ihm soll die neue Verordnung einen Riegel vorschieben. Darin sind nicht nur Maßnahmen enthalten, die Köche treffen können, den Stärkegehalt in Pommes zu reduzieren, sondern auch eine Farbtabelle, die den „richtigen“ Bräunungsgrad festlegt. Auch Bäcker werden angehalten, eine „dunkle Röstung“ der Kruste zu vermeiden. Kaffee soll fortan heller werden.

Am besten koche die Gastronomie die Kartoffelstäbchen vor und begrenzte die Hitze beim Frittieren auf exakt 175 Grad Celsius. Auch Aufdrucke auf den Tüten von Supermarkt-Fritten sollen dem Kunden erklären, welche Temperatur er einhalten muss und dass er seine Pommes alle zehn Minuten wenden muss. All diese Maßnahmen zusammengenommen würden die Gesundheit schützen und letztlich das Bewusstsein der Menschen bei der Zubereitung zu Hause stärken. Entsprechend begeistert zeigte sich die Politik:

Heute haben wir einen wichtigen Schritt zum Schutz von Gesundheit und Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger getan“, so EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis.  Seitens der Gastronomie empfängt man das Vorhaben weit weniger euphorisch: Bäcker halten die Hinweise zur Vermeidung dunkler Brotkrusten für handwerklich nicht umsetzbar. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband findet deutlichere Worte, er verlangt eine Aufklärung der Bevölkerung statt unpraktischer Auflagen für Restaurants und Hotelküchen: „Die irrwitzige Forderung nach einer ‚Pommes-Ampel‘ ist sicher nicht geeignet, der um sich greifenden EU-Skepsis entgegenzuwirken.

Quelle: www.welt.de