Viele Brauereien hatten in den letzten Monaten ihre Bierpreise für den Handel erhöht und nun sollen diese wohl an den Endkunden weitergegeben werden. Schon längst haben sich deutsche Biertrinker daran gewöhnt, für einen Kasten gerade mal zehn Euro oder weniger auf den Tresen legen zu müssen – damit könnte es bald vorbei sein. Zum ersten Mal seit vier Jahren haben die Brauereien eine neue Preiserhöhungsrunde in Gang gebracht, die mit einem Euro mehr pro Kiste zu Buche schlagen könnte.

Das Fachmagazin „Lebensmittel Zeitung“ hat die Bierpreise im Blick behalten und den Kistenpreis für Premium Pilsner beobachtet. Dieser hat bei vielen Handelsketten bereits um einen Euro angezogen, Krombacher, Bitburger, König, Radeberger oder Veltins gehen nach Informationen des Magazins in den meisten großen Getränkemärkten bereits für 14,79 Euro statt der bislang üblichen 13,79 oder 13,49 Euro über den Tisch. Eine Beobachtung, die Niklas Other vom Getränke Fachmagazin „Insid“ so bestätigen würde: „Viele große Brauer haben seit Mitte Januar ihre Abgabepreise erhöht“, konstatierte der Experte. Diese würden nun vom Handel auf den Endkunden übertragen.

Preiskampf und mangelnder Bierdurst

0,60 Euro mehr muss der Handel den Brauern pro Kiste seitdem mehr zahlen – was sich auf Kunden mit einer Erhöhung von etwa einem Euro niederschlagen werde: „Der Handel wird das weitergeben“, so Other. Krombacher und Veltins haben zum 1. März bereits bestätigt, dass sie ihre Abgabepreise erhöhen würden – unter anderem, weil Rohstoff- und Personalpreise gestiegen seien. Auch die Fassbierpreise für die Gastronomie hatten die Unternehmen zuvor angezogen. Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes: 

„Neben weiter steigenden Produktionskosten und den Folgen des demographischen Wandels haben die Brauereien mit dem hohen Wettbewerbsdruck und einem unverantwortlichen Preiskampf des Handels zu kämpfen“, sagte er. Krombacher-Sprecher Franz-J. Weihrauch zufolge hoffe man in der Branche nun auf ein dauerhaft höheres Preisniveau. Nicht unschuldig an der ganzen Situation ist sicher auch der nachlassende Bierdurst der Deutschen – 2017 hatte die Branche mit drei 90,5 Millionen Hektolitern so wenig Bier verkauft wie seit dem Mauerfall nicht mehr.

Other konstatiert, dass Schnäppchenpreise aus Branchensicht derzeit nicht mehr erwünscht und auch nicht mehr darstellbar seien, eine Preisanhebung sei aus Sicht der Brauer längst überfällig gewesen: „Der Druck in der Branche ist sehr groß.“ Wo der Handel noch immer Billigpreise anbiete, zahle er wahrscheinlich selbst drauf.

Quelle: tag24.de