Grillsaison: Aldi senkt die Preise für Fleisch – Nachdem die Preisspirale sich seit geraumer Zeit unaufhörlich nach oben schraubt, mutet es nicht zuletzt auch mit Blick auf den gesamtgesellschaftlichen Umbruch hinsichtlich des Klimaschutzes fast schon unwirklich an, dass Aldi den Preis für Fleisch überraschend senkt. Grillfans dürfen frohlocken, die wegen der Inflation ihre Saison schon haben den Bach runtergehen sehen.

Wie ein Unternehmenssprecher im Namen von Aldi Nord und Aldi Süd bekanntgab, möchte man dort die sinkenden Einkaufspreise an die Kunden weitergeben und damit einen Beitrag zur Abschwächung der Inflation leisten.

Dieser Schritt dürfte eine Welle lostreten, die auch andere Händler erfasst, orientieren sich viele Wettbewerber doch erfahrungsgemäß an der Preisgestaltung des Discounters.

Vonseiten Edekas hieß es entsprechend: „Auch wir legen Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und werden die Preise für einige Fleischprodukte in den kommenden Tagen an die neue Marktsituation anpassen.“

Der zum Edeka-Mutterkonzern gehörende Discounter Netto blies ins gleiche Horn, während man bei Rewe erklärte: „Wir stehen laufend in Gesprächen mit unseren Lieferanten hinsichtlich Kostensituation und Marktentwicklung und geben mögliche Preissenkungen natürlich unmittelbar an unsere Kunden weiter.“

Laut dem Statistischen Bundesamt betrug die Teuerung von Fleisch und Wurstwaren im Mai 16,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, und fiel damit doppelt so hoch aus wie die Inflationsrate von 7,9 Prozent.

Doch dieser Trend scheint vorerst gebrochen.

So heißt es dann auch weiter von Aldi: „Nachdem es Anfang des Jahres zunächst einen deutlichen Anstieg am Markt gab, sehen wir aktuell wieder sinkende Basispreise insbesondere bei Schwein.“

Das ließe sich nicht zuletzt auch auf die hohen Überkapazitäten zurückführen, für die es eine ganze Reihe an Gründen gibt.

Allen voran ist der Konsum von Fleisch hierzulande schon länger rückläufig. Im vergangenen Jahr konsumierten die Deutschen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zufolge 55 Kilogramm pro Kopf – und damit ganze 7,8 Kilogramm weniger als noch vor zehn Jahren.

Das Geschäft mit veganen und vegetarischen Fleischersatzprodukten explodiert hingegen.

Außerdem sind die Menschen sehr sparsam geworden, wie auch der Agrar-Informationsdienst AMI weiß: „Die Nachfrage kommt trotz des guten Grillwetters noch nicht so richtig in Schwung.“

Kein Wunder, haben gemäß einer kürzlich veröffentlichten, repräsentativen Forsa-Umfrage doch bereits 42 Prozent der Menschen in Deutschland ihren Fleischkonsum gesenkt, um beim Kochen Geld zu sparen.

Hinzu kommt, dass das zuvor so erfolgreiche Exportgeschäft der deutschen Fleischindustrie unter dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest zu leiden hat.

Landwirte fordern daher, Überkapazitäten abzubauen und Marktpreise zu stabilisieren, um ihre Waren loswerden zu können – und der Deutsche greift derzeit nun einmal lieber zu billigen Fleischprodukten.

Quellen: spiegel.de , watson.de