Die Tage der „Mythbusters“ mögen schon lange gezählt sein, doch die Zahl der Mythen, die es noch zu ergründen gibt, ist Legion. Eine sehr populäre Alltagslegende besagt zum Beispiel, dass exzessiver Biergenuss die Brüste wachsen lässt. Aber stimmt das überhaupt?

Die Tatsache, dass in Biergärten noch kein Matriarchat herrscht, sagt wohl einiges über die Wirksamkeit des Gerstensaftes in Sachen Vorbau aus. Zwar enthält Bier, oder genauer der Hopfen durchaus sogenannte „Phytoöstrogene“, welche ähnlich wirken wie das berühmt berüchtigte natürliche Östrogen, allerdings ist die Menge viel zu gering, um bei Frauen tatsächlich mehr Holz vor der Hütte stapeln zu können.

Er erscheint fast schon zynisch, dass der Konsum von alkoholischen Getränken bei Männern wiederum tatsächlich zu einer Feminisierung führen kann. Denn die erwähnten pflanzlichen Hormone können zu einer Vergrößerung der Brustdrüsen führen, was der Fachmann dann „Gynäkomastie“ nennt. Erschwerend kommt hinzu, dass Biergenuss den Abbau von natürlichen weiblichen Hormonen hemmt, die – ob ihr es nun wahrhaben wollt, oder nicht – auch im männlichen Körper vorhanden sind.

Hemmungsloser Biergenuss kann im Rahmen einer Adipositas-Erkrankung zudem eine sogenannte „falsche Gynäkomastie“ hervorrufen. Dabei wächst das Fettgewebe rund um die Brustdrüsen aufgrund einer hohen Kalorienzufuhr. Beim Mann, ebenso wie bei der Frau. Jedoch bleibt es üblicherweise nicht bei einem vergrößerten Brustumfang.

Wir halten also fest, dass an dem Mythos durchaus etwas dran ist, wenn diesem auch leider kein positiver Effekt abzugewinnen ist. Aber solange das mit dem Schöntrinken noch klappt, ist weder Hopfen noch Malz verloren.

Quelle: focus.de