Gesetzesentscheid in Frankreich: Vegetarische Würste dürfen nicht so heißen – Schon lange streiten die fleisch- und milchverarbeitenden Industrien mit Anbietern vegetarischer und veganer Alternativprodukte über Bezeichnungen wie Schnitzel, Würstchen oder Milch. Fest steht: Fleischlose Alternativen müssen als solche klar gekennzeichnet und von Wurst- und Fleischwaren unterscheidbar sein. In Frankreich wurde dies nun per Gesetz angeordnet, damit setzt das Land einen EU-Präzedenzfall.

Ab Oktober müssen vegetarische Würstchen in Frankreich somit einen anderen Namen tragen, vegetarische und vegane Ersatzprodukte dürfen dann nicht mehr „Wurst“ genannt werden. Per Erlass will man in dem Land Sorge dafür tragen, dass die alternativen Erzeugnisse deutlich von Fisch- und Fleischwaren abgegrenzt werden. Übliche Fleischwaren-Bezeichnungen wie Wurst oder Steak dürfen dann nicht mehr für Lebensmittel verwendet werden, welche nicht von Tieren stammen.

Frankreich ist damit EU-Vorreiter

Denn es ist das erste Land der Europäischen Union, welches eine solche gesetzliche Einschränkung ausruft. Der französische Fleischindustrieverband Interbev kommentierte die Entscheidung: „Diese Bestimmung ist ein erster Schritt (...), der auf europäischer Ebene ausgeweitet werden sollte.“ Die Regelung soll zunächst jedoch nur solche Erzeugnisse betreffen, welche auch tatsächlich in Frankreich produziert werden.

2020 hatte das EU-Parlament darüber befunden, dass Ersatzprodukte für Fleisch- und Wurstwaren in der Europäischen Union auch weiterhin als Burger, Steak oder Wurst bezeichnet werden dürfen. Anders sieht es hingegen bei Produkten wie Butter, Käse oder Milch aus – für Erzeugnisse wie Sojamilch, welche nicht aus tierischen Mitteln stammen, wurden die Bezeichnungen eingeschränkt.

Quelle: spiegel.de