Gastro-Experte erklärt, warum es in Deutschland keine guten Döner gibt – Der gute Döner Kebab gehört hierzulande zu den Fast-Food-Lieblingsspeisen aus der türkischen Küche, den es an schier jeder Straßenecke gibt. Doch die Qualität des Döners ist nicht überall gleich – und oftmals alles andere als gut. Deshalb fordert nun der Gastro-Experte Koral Elci eine „Döner-Revolution“.

Doch wie schaut ein guter Döner aus? Es braucht jedenfalls nicht viele Zutaten – knackiger Salat, knusprig gegrilltes Fleisch sowie ein selbst gebackenes Fladenbrot, schon hat man einen leckeren Döner. Das wichtigste dabei ist allerdings die Fleischqualität – und daran hapert es oftmals. Denn in der Dönerindustrie weiß man, wie man Döner-Spieße so günstig wie möglich herstellt.

Problem mit dem Billig-Dönerfleisch

Das Billig-Dönerfleisch ist dabei oftmals versetzt mit allerhand Hackfleisch, Stärke, Paniermehl, Wasser, Phosphat sowie allerlei Gewürzen. Dies ist stellenweise so heftig, dass das Fleisch im Fladenbrot eigentlich so gut wie nichts mehr mit dem Ursprungsprodukt zu tun hat. Ein Problem für Gastro-Experte Koral Elci, seines Zeichens Geschäftsführer der Fond-Agentur „Kitchen Guerilla“, das dringend geändert werden muss.

Koral Elci: „Döner in Deutschland schmeckt einfach nicht. […] Das größte Problem liegt darin, dass türkische Küche in Deutschland nicht richtig repräsentiert wird. […] Und es gibt einen großen Unterschied zwischen deutschen und türkischen Döner.“ (Sic) Demnach wird in der Türkei der Döner-Drehspieß meist selbst gespießt. Etwa mit Lamm- oder Rindfleisch, das wiederum über Nacht mariniert, geschichtet und langsam gegrillt wird.

Dazu gibt es frisch gebackenes Brot. Zum Fleisch kommen dann Petersilie, mit Sumach gewürzte Zwiebeln, gegrillte Tomaten und Paprika wie auch eingelegte saure Gurken. Allerdings wird in der Türkei keine Soße zum Döner gegeben, denn laut Elci konzentriert man sich durch auf die Fleischqualität. Elci kritisiert:

„Die ganze Döner-Industrie ist preisgetrimmt. […] Da kann niemand glücklich werden: Der Kunde möchte für wenig Geld viel bekommen. Dem Dönerbesitzer fehlt das Know-how und das Bewusstsein für ein gutes Produkt und passt sich dem Kundenwunsch an. Also gehen die Imbissbetreiber zum Dönerproduzenten, kaufen die fertig produzierten Drehspieße und müssen möglichst viel verkaufen, um etwas Geld zu verdienen.“

„Wir brauchen eine Döner-Revolution.“

Gastro-Experte Koral Elci weiter: „Wir brauchen eine Döner-Revolution. […] Ich reiche der Dönerindustrie hiermit die Hand, ich möchte den Betreibern und Produzenten helfen, dass Döner ein hochwertiges Produkt wird. […] Guter Döner darf dann auch etwas mehr kosten, vor allem, wenn die Qualität stimmt.“

Quelle: stern.de