Die Zahl vegetarischer und veganer Ersatzprodukte ist groß, es gibt „Würstchen“, „Schnitzel“, „Frikadellen“, „Aufschnitt“ usw. Doch genau diese Form der Benennung ist vielen Fleischessern ein Dorn im Auge. Sie wünschen sich, dass die fleischlosen Esser ihre Ersatzprodukte nicht nach Fleischvorbildern gestalten – allein schon, um Verwirrungen im Supermarkt vorzubeugen. In Frankreich springt die Politik solchen Kritikern nun bei.

Dort soll sich nach einem neuen Gesetz künftig die Gesetzgebung einschalten, wenn für ein vegetarisches Produkt der tradierte Name eines Fleischerzeugnisses genutzt wird. Die Politik will so die Lebensmittelhersteller zwingen, bei der Vermarktung fleischfreier Erzeugnisse auf Transparenz zu setzen. Somit stehen dort Begriffe wie „vegetarische Würstchen“, „vegetarisches Hack“ oder „veganer Schinken“ unter Acht und Bann.

Empfindliche Strafen drohen

Auch Namen für Gerichte wie Burger, Steak oder Filet werden nach dem vom Parlament beschlossenen Gesetz künftig nur noch für die Ursprungsversionen aus Fleisch vorbehalten sein. Laut einem Bericht von „The Independent“ gilt dies übrigens auch für Molkereierzeugnisse wie Käse, Milch oder Butter – nur, wenn diese wirklich von milchgebenden Tieren stammen, dürfen sie auch so genannt werden.

Der Vorschlag des Nationalversammlungs-Politikers und Republikaners Jean-Baptiste Moreau, selbst Landwirt, fußt auf einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes. Demnach ist die Bezeichnung „Butter“ oder „Milch“ für Sojaprodukte nicht mehr gestattet – Milch stamme laut der Urteilsbegründung aus „normaler Eutersekretion“, somit heißt Soja-Milch in Deutschland künftig auch „Soja-Drink“.

Unternehmen, die sich dem französischen Erlass übrigens nicht beugen, werden mit empfindlichen Strafen von bis zu 300.000 Euro belegt.

Quelle: unilad.co.uk