Was wurde in den vergangenen Tagen doch heiß diskutiert, weil die EU erwog, den Döner wegen Phosphat-Beimischungen zu verbieten. Doch endlich ist man zu einer Entscheidung im Europaparlament gelangt, der Döner darf auch weiterhin Phosphate enthalten. Ein entsprechender Versuch, die Phosphatbeigabe-Erlaubnis durch die EU-Kommission zu beenden, ist gescheitert.

Damit können 16.000 Imbissbesitzer, 110.000 Beschäftigte und Millionen deutsche Döner-Liebhaber beruhigt aufatmen, ihre liebste Brottasche mit fleischigem Inhalt ist vom Schafott gesprungen. Gut so, denn das Phosphat-Verbot hätte die Industrie gefährdet und wäre wahrscheinlich das Ende des Döners gewesen, wie wir ihn kennen. Die Entscheidung fiel dabei denkbar knapp aus, 373 Abgeordnete waren für ein Verbot der Phosphat-Beigabe in das Dönerfleisch. (Diese sorgt dafür, dass der Döner am Spieß nicht vertrocknet und die Fleischstücke aneinanderhaften.) 376 Stimmen wären aber für eine Mehrheit notwendig gewesen – so entkam der Drehspieß nur um Haaresbreite seinem Schicksal.

„Wir haben euren Döner gerettet!“

Laut Angaben eines Parlaments-Sprechers werde die EU-Kommission den Dönerspieß von nun an in einer Liste mit Lebensmitteln unterbringen, für die phosphathaltige Beigaben explizit erlaubt sind. Grüne und Sozialdemokraten sind entsetzt über eine mögliche Gesundheitsgefahr, obwohl Phosphat seit Jahren mit entsprechenden Erlaubnissen unzähligen anderen Lebensmitteln beigegeben wird: „Das ist ein trauriger Tag für Verbraucherrechte, die mit Füßen getreten werden“, so der EU-Abgeordnete der belgischen Grünen, Bart Staes.

Auch die SPD-Abgeordnete Susanne Melior kritisierte die Entscheidung: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Entscheidung auf einer breiten wissenschaftlichen Basis erfolgt wäre und nicht aufgrund von Panikmache.“ Eine entsprechende Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit wird momentan zu dem Thema vorgenommen, ihre Ergebnisse sollen 2018 vorliegen. Zufrieden zeigte man sich bei den konservativen Parteien. So tönte die Europäische Volkspartei im EU-Parlament: „Wir haben euren Döner gerettet!“

Quelle: bz-berlin.de