Das Internet erlaubt es, nicht nur seinen seltsamsten Hobbys nachzugehen, sondern auch mit den seltsamsten Dingen Geld zu verdienen oder „berühmt“ zu werden. Lydie ist Britin und ihr Bekanntheitsgrad auf der Videoplattform YouTube steigt. Doch weder moderiert sie „Let’s Plays“ und lässt andere beim Zocken zugucken, noch gibt sie Schönheitstipps oder spielt anderen Pranks. Nein, die junge Dame isst einfach nur.

Von Beruf ist Lydie eigentlich Übersetzerin, doch in ihrer Freizeit setzt sich die 25-Jährige vor die Kamera und vertilgt wundersame Mengen an Fast Food. Über 100.000 Klicks hat das Video schon generiert, in dem sie sich über ein gemischtes Buffet von KFC, McDonald‘s und Burger King hermacht. Nach eigenen Angaben dreht sie aber nur eines dieser Videos in der Woche und verbringt den Rest der Zeit mit gesunder Ernährung und ausreichend Sport. Wäre sonst auch tödlich für die Figur. Wenn ihr euch den Essensberg im Video anschaut, der in der zierlichen Person verschwindet, werdet ihr wissen, was wir meinen.

Essen für Einsame

Sie selbst sieht das Ganze locker und scheint auch noch einen gewissen sozialen Nutzen darin zu erkennen: „Ich kann einfach große Mengen an Nahrung essen. [...] Manche Leute schauen das, weil sie gerade auf Diät sind, andere wiederum leben alleine und sind einfach einsam“, so Lydie gegenüber der britischen Zeitung Dailymail.

Muk-Bang („Essens-Stream“) nennt sich diese neue Art der Videoübertragung. Das Ganze stammt aus Korea und wurde dort schon 2010 zum Internet-Hit. Dabei schauen Menschen aus unterschiedlichsten Gründen, zum Beispiel sozialer Isolation oder einfach, weil es ihnen – aus welchen Antrieben auch immer – Freude bereitet, anderen im Netz beim Essen zu. Lydie dürfte wohl die erste westliche YouTube-Senderin sein, die es mit ihrer Interpretation dieses Trends zu einer gewissen Popularität gebracht hat.