Hat sich der gute alte Neandertaler noch einfach ein Stück Fleisch aus dem Mammut gebissen, ist Ernährung dieser Tage ein Drahtseilakt zwischen Gesundheit, Moral und Lifestyle geworden. Aber Zeiten ändern sich nun einmal und Wissen mehrt sich, weshalb Experten diesbezüglich heute ganz andere Ratschläge erteilen als früher. Da stellt sich ja die Frage, wo wir in Sachen Ernährung aktuell stehen?

Bisher galt, dass Fett lediglich dick macht und man daher besser reichlich Kohlenhydrate zu sich nehmen soll, um satt zu werden. Mit Blick auf die kürzlich geänderten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zeichnet sich jedoch eine Trendwende ab.

So ist der Rat, reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln zu verzehren, gestrichen worden, ebenso wie die Empfehlung „wenig Fett und fettreiche Lebensmittel“ zu sich zu nehmen. Die neuen Regeln rücken weniger die Menge von Nährstoffen in den Fokus, sondern vor allem deren Qualität. Laut der DGE sollten Kohlenhydrate aber nach wie vor den Hauptanteil unserer Ernährung bilden.

Böser Zucker, gute Fette

In den USA indes wurde von einem Wissenschaftlerkomitee vorgeschlagen, zukünftig keine Obergrenze mehr für die tägliche Aufnahme von Nahrungsfetten auszuweisen und stattdessen Zucker und andere Kohlenhydrate kritischer zu betrachten. Immerhin werden Weißmehlprodukte, wie zum Beispiel Nudeln oder Weißbrot, im Darm schnell zu Zucker aufgespalten.

Dabei reagiert der Körper genauso, als würdet ihr den Zucker direkt essen: Die Bauchspeicheldrüse schüttet das Hormon Insulin aus. Dummerweise hilft Insulin nicht nur den Zellen, Zucker aus dem Blut aufzunehmen, sondern hemmt auch noch den Fettabbau und führt dazu, dass wir schnell wieder hungrig werden. Aus diesem Grund halten Experten Zucker und Kohlenhydrate für die Hauptverdächtigen im Fall Übergewicht und Typ-2-Diabetes.

Die über viele Jahre gepflegte Stigmatisierung des Fettes könnte außerdem dazu führen, dass zu wenig gesunde Fette konsumiert werden. So hat eine Studie aus Spanien ergeben, dass die Teilnehmer, denen man eine tägliche Extraportion Olivenöl oder eine Ration Nüsse verordnete, 30 Prozent weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle erlitten, als die Probanden, die sich an die traditionelle kohlenhydratreiche Kost hielten.

Erwähnt sei ferner, dass Zucker und schnell abbaubare Kohlenhydrate die Entstehung einer Fettleber fördern. Laut Professor Norbert Stefan, Diabetologe aus Tübingen, ein häufiger Vorbote von Diabetes und Herzkrankheiten.

Was also tun, bzw. essen? Auf der nächsten Seite findet ihr die aktuellen 10 Ernährungs-Tipps der DGE.

Quelle: apotheken-umschau.de