Es ist ein Grabenkrieg, der so alt zu sein scheint wie die persönliche Entscheidung, freiwillig auf den Fleischkonsum zu verzichten: Die Debatten zwischen Vegetariern und Fleischessern wird es wohl geben, bis … nun ja… Wahrscheinlich für immer. Vegetarisch zu leben sei nicht nur ethisch besser, sondern auch gesünder, sagen die Verfechter dieser Einstellung – doch eine neue Studie hat sich mit den psychischen Umständen von Männern beschäftigt und eventuellen Zusammenhängen mit ihrer Ernährung befasst. Mit einem auffälligen Ergebnis.

Die Untersuchung der Forscher der Universität von Bristol bestätigt, dass männliche Vegetarier für Depressionen anfälliger sind als Fleischesser – oder Depressive anfälliger für Vegetarismus. 9668 Männer wurden für die Studie nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und entsprechende Nicht-Fleischesser in Vegetarier und Veganer unterteilt. Die Daten wurden zusammengestellt und anhand von Unterpunkten wie Alter, Beschäftigungsverhältnis, Familienstand, etwaigem Nachwuchs sowie dem Konsumverhalten in Sachen Nikotin und Alkohol ausgewertet.

Depressionen durch Fleischmangel – oder Fleischmangel durch Depressionen?

Die Fragestellung: Wie steht es um die psychische Zufriedenheit der Probanden? 350 der knapp 10.000 Befragten lebten vegetarisch oder vegan. Sie alle offenbarten eine erhöhte Tendenz zu Depressionen – doch insbesondere bei den Veganern war diese noch stärker ausgeprägt. Ein möglicher Grund dafür: Vitamin-B 12-Mangel, der mit diesen Ernährungsweisen oftmals einhergeht. Denn dieses kann über Milchprodukte vielleicht noch bezogen werden, ist aber ansonsten in den von unserem Körper benötigten Mengen nur in Fleisch zu bekommen (dies wies eine Studie der Universität von Sydney nach).

Der Mangel dieses lebensnotwendigen Vitamins führt zu Blutarmut, Nervenleiden, Konzentrationsschwäche und Erschöpfung und darf keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Auch Eisenmangel, der ebenfalls oftmals mit dem Verzicht auf Fleisch einhergeht, kann solche Symptome auslösen. Einen direkten kausalen Schluss zogen die Forscher in ihrer Studie übrigens nicht, es könnte sich auch um einen Umkehrschluss handeln: Wer Depressionen hat, verspüre möglicherweise schlicht keinen Appetit auf Fleisch. Dem wollen die Wissenschaftler in weiteren Studien auf den Grund gehen.

Quelle: businessinsider.de