Schaut man sich gängige und vor allem besonders extreme Chili-Saucen an, entdeckt man schnell ein Motiv: Totenköpfe suggerieren eine Schärfe, die echte, möglicherweise tödliche Konsequenzen hat. Doch Studien sprechen eine andere Sprache: Denn insbesondere Chili-Schärfe ist gesund, wie ein internationales Team von Wissenschaftlern nachgewiesen hat. Mehr noch: Die Schärfe beeinflusst auch unsere Lebenserwartung. Und zwar positiv! Die in den scharfen Schoten enthaltenen Capsaicinoide, also die Stoffe, die dem Ganzen die Schärfe verleihen, wirken entzündungshemmend und antioxidativ auf den menschlichen Körper. 

Die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlicht die Experten im „British Medical Journal“: Sie hatten in einer sogenannten Kohortenstudie eine Datenbank mit über 500.000 Teilnehmern aus zehn unterschiedlichen chinesischen Regionen unter die Lupe genommen. Von diesen hatten 31 Prozent angegeben, sechs bis sieben Mal in der Woche scharf zu essen. 57 Prozent der Probanden waren dem Scharfen eher abgeneigt, bei ihnen kam würziges Essen allenfalls einmal pro Woche auf den Tisch.

12 Prozent der Teilnehmer griffen zwischen ein bis fünf Mal pro Woche zu scharfen Gerichten. Bis zum Jahr 2013 verstarben gut 20.000 der chinesischen Probanden. So konnten die Wissenschaftler ermitteln, dass jene, die mehr als einmal pro Woche scharf aßen, ein um bis zu 14 Pro niedrigeres Sterberisiko aufwiesen.

Seltener unter den Todesursachen bei Scharfessern: Krebs, Atemwegserkrankungen sowie koronare Herzerkrankungen. Lediglich jene Liebhaber sehr scharfer Speisen, die zudem noch regelmäßig Alkohol konsumierten, wiesen ein weniger reduziertes Sterberisiko auf. Die Experten sehen zwar einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem scharfen Essen und der höheren Lebenserwartung, wollen aber noch keine kausale Verbindung zwischen beidem herstellen. Die generelle Fitness sowie der Teekonsum der Probanden könnten ebenfalls eine Rolle gespielt haben, daher würden weitere Studien notwendig, so das Fazit der Untersuchung.

Quelle: focus.de