Es gab mal eine Zeit, da diente Ernährung schlicht dem Überleben. Unsere Vorfahren waren sicherlich froh über jede Nuss, die half, den Winter zu überstehen. Heutzutage ist das Ganze eher eine Wissenschaft. Und das nicht nur bezüglich der Zubereitung, sondern auch wenn es darum geht, was gesund für uns ist, und was eher nicht. Während man über Geschmack nicht streiten kann, ist zum Beispiel allgemein bekannt, dass Fett zu den Dingen gehört, die uns nicht guttun. Besser seien Kohlenhydrate. Doch genau dieser weit verbreitete Volksglaube wurde nun widerlegt. Fette sind nämlich sehr wohl gesund!

Das will zumindest eine Langzeitbeobachtungsstudie unter der Leitung des kanadischen Herzspezialisten Prof. Salim Yusuf von der McMaster University in Hamilton bewiesen haben. Der Herr und sein Team haben dazu die medizinischen Daten von mehr als 135.000 Menschen aus 18 Ländern im Alter zwischen 35 und 70 Jahren ausgewertet und deren jeweilige Ernährungsgewohnheiten mit der Sterblichkeit in Beziehung gesetzt.

Und siehe da:

Ein hoher Konsum von Kohlenhydraten zog den Ergebnissen zufolge eine erhöhte Gesamtsterblichkeit nach sich. Je höher dagegen der Konsum von Fetten, desto niedriger die Sterblichkeitsrate. Und das gilt nicht nur für ungesättigte Fettsäuren, wie sie beispielsweise in Olivenöl vorhanden sind, sondern auch für die angeblich so bösen gesättigten Fettsäuen, die sich in vielen Fleischsorten tummeln.

Selbst im Falle der höchsten gemessenen Zufuhr dieser verrufenen Schlingel konnte eine signifikant reduzierte Gesamtsterblichkeit attestiert werden. Interessanterweise scheinen die gesättigten Fettsäuren sogar entgegen allen bisherigen Vorurteilen mit einem gesenkten Herz-Kreislauf-Sterblichkeitsrisiko in Verbindung zu stehen. Das ist ein bisschen so, als würde sich plötzlich herausstellen, dass Fernsehen schlaumacht.

Was die Kohlehydrate betrifft, muss erwähnt werden, dass die Studie nicht zwischen raffinierten Getreideprodukten und Vollkornprodukten unterschieden hat. Als problematisch für die Gesundheit haben sich aber offenbar die sehr hohe Stärke- und Zuckerwerte von weißem Reis, weißen Brotsorten und Backwaren sowie süßen Getränken erwiesen. Früchte, rohes Gemüse und Hülsenfrüchte wie Bohnen üben hingegen einen stark schützenden Effekt auf unseren Körper aus.

Quelle: bild.de