Im Zuge der Kindheit kommt irgendwann der Punkt, an dem einem bewusst wird, dass einem die Eltern nicht immer die Wahrheit sagen. So zum Beispiel die Nummer mit dem Frühstück. Morgen für Morgen wird man genötigt, sich an den Tisch zu setzen, um die angeblich wichtigste Mahlzeit des Tages einzunehmen. Vollkommen egal, ob man Hunger hat oder nicht. Nun gut, man muss Müttern und Vätern wohl zugutehalten, dass sie es einfach nicht besser wissen und glauben, sie täten ihren Kindern damit was Gutes. Das ist jedoch falsch gedacht! Denn laut den Erkenntnissen eines Biochemikers ist das klassische Frühstück tatsächlich ungesund! Wasser auf die Mühlen aller Morgenmuffel.

Besagter Wissenschaftler, Terence Kealey, geht in seinem neuen Buch „Breakfast is a Dangerous Meal“ sogar so weit, zu behaupten, dass Frühstücken ähnlich gefährlich sei, wie Rauchen. Zu dieser Feststellung gelangte der Typ-2-Diabetiker bei der regelmäßigen Kontrolle seiner Blutzuckerwerte. Nach jedem Frühstück schossen diese in die Höhe, weshalb er beschloss, das Frühstück einfach ausfallen zu lassen, und bis zur Mittagszeit mit dem Essen zu warten. Und siehe da: Der Blutzuckerspiegel blieb dadurch niedrig und stieg selbst nach dem Mittag- und Abendessen nicht mehr so stark an, wie an Tagen, an denen er gleich nach dem Aufstehen ein Mahl zu sich genommen hatte.

Fasten für die Gesundheit

Kealey schlussfolgert daraus, dass ein Verzicht aufs Frühstück das Risiko für Übergewicht, Fettleibigkeit und Bluthochdruck senkt. Eine These, die auch Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) stützen, denen zufolge sich das Fasten über Stunden hinweg positiv auf unsern Stoffwechsel auswirkt. Tatsächlich gibt es für den gezielten Nahrungsverzicht vom Abendessen bis zum nächsten Mittag sogar schon lange eine Bezeichnung: intermittierendes oder auch Intervallfasten. Dieser Essrhythmus war lange Zeit für den Menschen vollkommen normal, heißt es. Erst durch das Überangebot von jederzeit verfügbaren Nahrungsmitteln habe sich diese Essgewohnheit verändert.

Fakt ist, dass langes Fasten den Stoffwechsel dazu animiert, auf vorhandene Fettdepots zurückzugreifen. Auch der berüchtigte Jo-Jo-Effekt gängiger Diäten bleibt beim Intervallfasten aus, da der Stoffwechsel nicht auf den raschen Wechsel von Fasten auf Essen und wieder zurück umstellen kann. Zudem verbessert sich die Insulinempfindlichkeit, was Diabetes vorbeugen kann, und schädliche Leberfette gar nicht erst entstehen lässt.

All diese Erkenntnisse stehen natürlich in krassem Gegensatz zu der landläufigen Meinung, dass Frühstücker gesünder und dauerhaft schlanker seien als Menschen, welche die erste Mahlzeit des Tages ausfallen lassen. Wissenschaftler gingen nämlich bisher davon aus, dass die morgendliche Kalorienmenge weniger zubuche schlagen als die der späteren Mahlzeiten am Tag. Doch auch das ist laut einer Studie der Columbia University ein Trugschluss. Nachdem man dort über vier Wochen drei Gruppen von übergewichtigen Männern und Frauen unterschiedlich frühstücken ließ – Haferflocken, Cornflakes oder nur Wasser – zeigte sich nämlich, dass diejenigen, denen man morgens nichts zu essen gab, im Gegensatz zu den anderen abgenommen hatten.

Quelle: focus.de