Zahnschäden, Diabetes und Übergewicht: Kaum ein Lebensmittel, kaum eine Zutat, steht so im Kreuzfeuer der Kritik wie Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, nicht mehr als zehn Prozent des täglichen Energiebedarfs durch die süßen Kristalle zu decken. In Deutschland liegt dieser Wert oftmals bei mehr als dreizehn Prozent. Beim Getränkehersteller Coca-Cola hat man reagiert: bis 2020 will der Branchenriese gegensteuern und den Zuckergehalt in seiner Rezeptur reduzieren.

Um ganze zehn Prozent soll der Zuckeranteil sortimentübergreifend sinken, so Konzernchef James Quincy gegenüber der „Welt am Sonntag“. Quincy erläuterte gegenüber der Zeitung: „Das verlangt große Anstrengungen. Wir verändern Rezepte, setzen vermehrt auf kleinere Packungen und nicht zuletzt auf klare Produktinformationen für die Verbraucher.“ Quincey zufolge sei die Änderung eine Reaktion der Branche nicht zuletzt auch auf ein verändertes Konsumverhalten.

Doch dieser Wandel erfolgt keineswegs schlagartig: Coca-Cola ist als Unternehmen schon länger bestrebt, sich an die geänderten Kundenwünsche anzupassen und hat dafür auch mehrere weniger zuckerhaltige Getränke in seiner Produktpalette. Geht es nach Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU), sollen neben den Herstellern von Erfrischungsgetränken zukünftig auch Vertreter anderer Branchen dazu bewegt werden, den Zucker in ihren Lebensmitteln zu reduzieren. So sollen etwa die Hersteller von Tiefkühlpizzen und Müslis durch freiwillige Ziele animiert werden, ihre Rezepturen zu ändern.

Quelle: focus.de