Wer mit Kindern oder einer schwangeren Frau an Bord im Auto raucht, muss demnächst wohl mit saftigen Strafen rechnen. Zwar ist noch nichts dingfest, ein entsprechender Gesetzesentwurf vom Parlament jedoch bereits beschlossene Sache. Die Vorlage beziffert zudem bereits die zu erwartenden Bußgelder.

Die Initiative, Kinder und Schwangere im Auto vor Zigarettenqualm zu schützen, ging zunächst von Nordrhein-Westfalen aus. Entsprechend erfreut zeigte sich der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) darüber, dass der Bundesrat "grünes Licht für die Vernunft und den Nichtraucherschutz" gegeben habe und betonte, dass die Gesundheit der Kinder Vorfahrt vor den Interessen rauchender Erwachsener haben müsse.

In einem verrauchten Auto seien Kinder und Ungeborene durch die Schadstoffe fünfmal so gefährdet, wie in einer verrauchten Bar. Die möglichen Folgen des passiven Tabakkonsums seien nach Angabe des Ministeriums die Schädigungen der Lunge, ein erhöhtes Krebsrisiko sowie Wachstumsstörungen. Laut Bundesrat sterben weltweit jedes Jahr 166.000 Kinder an den Folgen des Passivrauchens. Schätzungen des Deutschen Krebsforschungszentrums  gehen davon aus, dass allein in Deutschland aktuell rund eine Million Minderjährige im Auto Tabakqualm ausgesetzt seien.

Gesundheitsminister Lauman zufolge, ergeben landesgesetzliche Regelungen "hier keinen Sinn", weshalb man sich für die Bundesratsinitiative entschieden habe. "Welcher Raucher würde sich mit 16 verschiedenen Landesgesetzen auseinandersetzen, bevor er mit dem Auto durch die Republik fährt?" Zudem verweist das Ministerium diesbezüglich auf vergleichbare Rauchverbote, wie sie zum Beispiel in Österreich, Italien, Frankreich, England und Griechenland gelten.

Ziel des Bundesrates ist eine Änderung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes. Verstöße gegen das Rauchverbot sollen dann mit einem Bußgeld von 500 bis 3.000 geahndet werden. Zuvor muss der Gesetzesentwurf allerdings dem Bundestag vorgelegt werden, woraufhin das Parlament über den Vorschlag entscheidet.

Quelle: saechsische.de