In Zeiten, in denen wirklich jeder davor warnt, (zuviel) Alkohol zu trinken, klingt es beinahe wie eine Ente: Die Brauereiindustrie steht vor schwerwiegenden Problemen, weil in Deutschland viel zu wenig Bier getrunken wird. Eine Sorge, die nahezu sämtlichen großen Namen teilen, die mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen haben. „Spitzenreiter“ dieses Negativtrends: Becks und Warsteiner. 

Um satte 15 Prozent sank der Ausstoß der Brauerei in den letzten zehn Jahren. Im Hause Warsteiner sieht es sogar noch weniger rosig aus: Mit einem Minus von 30 Prozent hat die Marke beim Ausstoß zu kämpfen – beinahe 831.000 Hektoliter. Michael Huber, Generalbevollmächtigter im Hause Veltins, ist überzeugt: Nicht jede Brauerei werde diesen Abwärtstrend überleben. „Die Brauer müssen der Realität ins Auge blicken: Auch in den kommenden Jahren wird es kontinuierlich bergab gehen“, so sein Fazit der Lage.

Denn der Konsum sinkt seit vielen Jahren konstant. Brancheneinschätzungen zufolge brauten die Deutschen 2017 92,6 Millionen Liter Bier – so wenig wie seit den Zeiten der Wiedervereinigung nicht mehr, 2007 waren es noch 103,9 Millionen Liter gewesen: „Der große Unterschied zu damals ist aber, dass es heute 17 Millionen Konsumenten mehr gibt“, so Huber. Doch nicht alle Marken und Brauereien sind hiervon betroffen, manche haben sogar zugelegt: 

Im Hause Krombacher verzeichnete man etwa einen um insgesamt 2,5 Prozent höheren Ausstoß, bei Veltins ein Prozent und Paulaner sogar drei Prozent. Diese Brauereien nennen als Hintergründe für das Wachstum vor allem sogenannte Spezialitätenbiere, etwa das „Grevensteiner“ aus dem Hause Veltins oder Krombachers „Brautradition“ – beide Marken konnten ein Plus von 15 Prozent verzeichnen.

Quelle: welt.de