Aldi: Discounter verbannt Billigfleisch aus Regalen – Lange und viel diskutiert wurde das Angebot von Billigfleisch im Sortiment der großen Supermarkt-Ketten. Jetzt wagt Discounter Aldi eine Fleisch-Revolution in seinem Unternehmen und hat sich zum Ziel gesetzt, Billigfleisch – Rind, Schwein, Hähnchen und Pute – aus den Filialen zu werfen.

Wie „Bild“ erfuhr, will Aldi ab 2025 keine Fleischprodukte der Haltungskategorie 1 und 2 mehr verkaufen. Begründet wird dies von Aldi mit dem Tierwohl. Schließlich will man finanziellen Engagements bei entsprechenden Initiativen nun auch Taten folgen lassen. Das gehe eben nur, wenn man das Billigfleisch nicht mehr verkauft, das zum Teil unter schlimmsten Haltungsbedingungen produziert wird.

Zulieferern und Bauern müssen Produktionen umstellen

Aldi-Süd Geschäftsführer Erik Döbele: „So schwer es auch wird, wir glauben daran, das Richtige zu tun: für Tierwohl, für nachhaltiges Wirtschaften, für unsere Kunden und aus Überzeugung.“ Warum dies erst in vier Jahren umgesetzt wird, liegt laut Aldi an den Zulieferern und Bauern, denen man Zeit geben will, ihre Produktionen umzustellen.

Da der Bedarf nach Fleisch beim Kunden groß ist, will man so zudem gewährleisten, dass durch die Umstellung dann auch ein adäquates Sortiment angeboten werden kann. Was die künftigen Fleisch-Preise betrifft, sollen diese nicht erhöht werden. Zwar wird es beispielsweise ein Kilogramm Hackfleisch nicht mehr für 99 Cent geben.

Billigfleisch auch bei anderen Discountern vor dem Aus

Aber Kunden, die bereits jetzt Fleisch aus der Kategorie 3 und 4 (Außenklima- und Biohaltung) zahlten, werden keine Preiserhöhungen erfahren. Bereits vor dem jetzigen Aldi-Hammer hatte Lidl angekündigt, Billigfleisch aus seinem Sortiment zu verbannen.

So wird es ab 2022 kein billiges Schweinefleisch mehr bei Lidl geben und ab 2025 dann auch kein Rindfleisch der Haltungsform 1. Auch Rewe und Penny planen den Ausstieg, jedoch noch ohne konkrete Termine. Von Edeka und Netto sind bis dato noch keine derartigen Pläne bekannt.