110 Gramm schwer: Das bislang größte künstliche Steak aus dem Drucker – Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Steak! Stolze 110 Gramm schwer, aus echten Rinderzellen und doch klimafreundlich und ohne Massentierhaltung hergestellt. Möglich machen das spezielle 3D-Drucker des israelischen Unternehmens MeaTech 3D, wo man den Plan verfolgt, künstliches Fleisch massentauglich zu machen.

Wie es scheint, mit Erfolg, stellt eingangs erwähntes Stück Fleisch doch das nach eigenen Angaben bislang größte im Labor gezüchtete Steak dar.

Das künstliche Fleisch besteht aus echten Muskel- und Fettzellen.

Dazu wurden einem Rind zuvor Stammzellen entnommen, um diese sich im nächsten Schritt vermehren zu lassen. Die dabei gewonnene Zellmasse wurde anschließend von einem 3D-Drucker in die Form eines Steaks gebracht und reifte dann in einem Brutschrank zum fertigen Produkt.

Tatsächlich ist diese Technik nicht neu, MeaTech 3D hat den Prozess jedoch zur Perfektion gebracht, um bald schon die Qualität eines „hofeigenem Premium-Steaks“ liefern zu können,

Firmenchef Sharon Fima erklärte dem „Guardian“: „Wir glauben, dass wir uns im Rennen um die Entwicklung hochwertiger Fleischprodukte auf Zellbasis an die Spitze gesetzt haben.“

Wie es auf der Webseite des Unternehmens heißt, arbeite man auch an Zelllinien für Schweine- und für Hühnerfleisch.

Verschiedene Unternehmen arbeiten bereits seit Jahren an Fleischersatzprodukten, die eines Tages Aufzucht und Schlachtung von Tieren obsolet machen sollen. Diese müssten lediglich noch als Stammzellenspender fungieren.

Allerdings ist das Unterfangen recht kostspielig, was einen nicht zu verachtenden Faktor in Sachen Marktreife darstellt. Von daher verwundert es nicht, dass MeaTech 3D bislang noch keine Angaben zu den Herstellungskosten gemacht hat.

Hinzu kommt, dass mit Singapur bislang nur ein einziges Land die Erlaubnis für den Verkauf von Laborfleisch erteilt hat.

Dessen ungeachtet geht die Forschung aber weiter. Im Wettrennen und den neuen Markt mischt beispielsweise die ebenfalls israelische Firma SuperMeat mit, wo man die tierischen Zellen aus befruchteten Hühnereiern gewinnt und mit einer speziellen Lösung anreichert.

Biowissenschaftler der Universität Lissabon wollen derweil in Kürze das erste künstliche Fischfilet präsentieren, welches auf Basis von Wolfsbarschzellen Aussehen, Geschmack und Textur imitiert – ohne Gräten und frei von Quecksilber sowie Mikroplastik.

Quellen: spiegel.de , meatech3d.com