10 absatzstärkste Brauereien der Deutschen – Auch wenn Deutschland weltweit oftmals mit seinen beliebten Biersorten assoziiert wird, geht der Konsum der Gerstenkaltschale (nicht nur) hierzulande doch beständig zurück. Mit jedem Jahr sinkt der Bierverbrauch der Deutschen etwas weiter – schon seit 40 Jahren. 1980 trank jeder Deutsche jährlich im Schnitt 150 Liter – mittlerweile bewegt sich dieser Wert unter 100.

Sprich: Wo 1980 durchschnittlich rund eine „Badewanne Bier“ pro Kopf verbraucht wurde, wäre diese heute nur noch zu zwei Dritteln gefüllt. Mögliche Faktoren sind die älter werdende Bevölkerung, Menschen trinken mit zunehmendem Alter üblicherweise weniger Alkohol. Gleichzeitig sind viele jüngere Menschen gesundheitsbewusster geworden, leben nachhaltiger und achten mehr auf ihre Ernährung.

Deutschland nicht alleine

Dieser Trend ist allerdings kein Phänomen, das für die Bundesrepublik ein Alleinstellungsmerkmal wäre – weltweit geht der Bierverbrauch im langfristigen Mittel zurück, wie die „FAZ“ berichtet. Dennoch stieg der Bierausstoß der Brauereien auf dem Globus über Jahrzehnte kontinuierlich an. Als Treiber vermutet der „FAZ“-Artikel das Wachstum der Weltbevölkerung. 2013 war die Bierproduktion auf ihrem Höchststand: Weltweit wurden seinerzeit rund 1,97 Milliarden Hektoliter Bier. Doch seitdem sinkt nahezu jährlich die Produktion.

Ein Rückgang von acht Prozent über die Jahre – dann kam noch die Corona-Pandemie ins Spiel. Der Verbrauch sank somit schneller, Kneipen, Restaurants und Hotels blieben quasi weltweit für Monate geschlossen. Nahezu ebenso lange machten hierzulande Nachrichten und Reportagen die Runde, die zeigten, wie hektoliterweise Fassbier entsorgt werden musste, weil dieses kaum zu verkaufen war.

Trendwende unmöglich?

Ein Verlust, den die Branche auch mit Flaschenbieren daheim nicht auszugleichen vermochte. Da langsam die Normalität nach der Pandemie zurückzukehren scheint, darf man mutmaßen, dass sich die Bierverbräuche wieder erholen – dem langfristigen Rückgang seit 40 Jahren dürfte aber kaum Einhalt zu gebieten sein. Ganz anders sieht es beim Anfang der 70er Jahre in der DDR erfundenen „Autofahrerbier“ aus – dem Alkoholfreien.

Seit 2007 haben sich die Verkäufe in der Bundesrepublik quasi verzweifacht, rund 400 Sorten sind nunmehr verfügbar. Dabei ist Krombacher der Marktführer, weitere besonders beliebte Sorten sind Jever Fun und Bitburger. Apropos beliebt: Obwohl Deutschland auch international als traditionsreiche Biernation gilt, sind es doch die riesigen weltweiten Brauerei-Giganten, die den Markt anführen – und nicht etwa deutsche Unternehmen.

Übernahmen in den 90ern

In den 90er Jahren erfasste eine Übernahmewelle die Branche – etliche Brauereien wurden zu Großunternehmen. Führend dabei ist die Gruppe AB InBev, wobei das AB im Namen für Anheuser-Busch steht, eine US-Traditionsbrauerei. Der Rest des Namenskürzels setzt sich aus dem belgischen Interbrew-Konzern und Ambev aus Südamerika zusammen. Dank etlicher Brauereien stammt jedes vierte Bier, das heute weltweit getrunken wird, von AB InBev.

Hauptmarke des Konzerns: das amerikanische Budweiser. Zu den deutschen Sorten ABInvevs zählen etwa Beck’s, Franziskaner, Hasseröder und Löwenbräu. Auch Heineken, Carlsberg und das weltweit meistverkaufte Bier „Snow“ aus China, im Westen nahezu unbekannt, stehen im Portfolio des Giganten.

Der Übernahmewelle konnten sich allerdings einige deutsche Brauereien erfolgreich widersetzen: So sind erfolgreiche Marken wie Krombacher, Oettinger, Bitburger, Veltins und Warsteiner nach wie vor fest in Familienbesitz.

Deutschlands Gruppen

Doch welche Brauereien sind hierzulande die größten? Welche verzeichnen den höchsten Absatz? Den Reigen in Sachen Größe führt die Radeberger-Gruppe an, die zum Oetker-Konzern gehört. Weltweit steht sie auf Platz 22, kommt in Deutschland mit Marken wie Jever, Schöfferhofer und ihrem Namenspatron Radeberger daher. Sie produziert aber auch Kölsch der Marken Dom, Gilden, Peters und Sion sowie regionales wie Stuttgarter Hofbräu.

Radeberger dichtauf sitzen die beiden deutschen Discount-Bier-Produzenten Oettinger und die TCB Beteiligungsgesellschaft fest im Sattel. Letzteres Unternehmen stellt etwa Gilde und Feldschlößchen her, produziert aber auch einige Supermarkt-Handelsmarken. Oettinger war lange Zeit führend unter den am meisten verkauften Bieren der Deutschen, musste seinen ersten Platz aber an Krombacher abtreten.

Die beliebtesten Marken 2020 nach Absatz

1. „Felsquellwasser“ (Krombacher) mit 5.722.000 Hektolitern
2. Oettinger mit 4.277.000 Hektolitern
3. Bitburger mit 3.480.000 Hektolitern
4. Veltins mit 2.944.000 Hektolitern
5. Beck’s mit 2.469.000 Hektolitern
6. Paulaner mit 2.188.000 Hektolitern
7. Warsteiner mit 1.865.000 Hektolitern
8. Hasseröder mit 1.770.000 Hektolitern
9. Augustiner mit 1.693.000 Hektolitern
10. Radeberger Pilsner mit 1.485.000 Hektolitern

Quelle: faz.net/